Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Wissen Gewaltfrei kommunizieren
Nachrichten Wissen Gewaltfrei kommunizieren
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:00 15.07.2017
Zur Person: Helmut Nowak ist Coach und Lehrer für Achtsamkeit und Stressbewältigung und schildert an dieser Stelle regelmäßig, wie man lernt, bewusster zu leben. Quelle: privat
Hannover

Wenn Sie jetzt nicht mehr weiterlesen mögen, weil Sie doch überhaupt nicht gewalttätig sind, dann interessiert es Sie vielleicht doch, was Marshall B. Rosenberg unter gewaltvoller Kommunikation versteht. Der US-amerikanische Psychologe meint, dass Gewalt in Beziehungen nicht erst dort beginnt, wo Geschirr zerschlagen, sich gegenseitig angeschrien wird oder gar die Fäuste fliegen. Sie fängt bereits da an, wo der andere kritisiert und verurteilt wird. Wo gefordert, beschuldigt oder unter Druck gesetzt wird, wo es um die Fragen geht, wer Recht hat oder schuld ist – oder um Rache und Strafe als Mittel, das durchzusetzen, was nach seiner Meinung ‚richtig’ ist.

Das Verrückte an dieser Art der Auseinandersetzung ist, dass man damit gerade nicht zur Erfüllung eigener Bedürfnisse gelangt. Ganz im Gegenteil: Die Erfüllung zentraler Bedürfnisse wie Verbundenheit, Harmonie und Leichtigkeit leidet.

Wie kommt es aber, dass wir uns oft wider unserer eigentlichen Natur verhalten und wie können wir das ändern? Diesen für ihn zentralen Fragen der Menschlichkeit ist Rosenberg in den 1970er Jahren nachgegangen. Als Ergebnis hat er 1983 sein Modell der ‚Gewaltfreien Kommunikation’ (GFK) veröffentlicht. Dieses hat er in über 40 Ländern an Ausbilder, Schüler, Eltern, Manager, Ärzte, Psychologen, Anwälte, Friedensaktivisten, Gefangene, Polizisten und Geistliche weitergegeben und zahllose Konflikte geschlichtet. Auf Einladung der Unesco haben er und sein Team in Serbien Zehntausende von Schülern und Lehrern ausgebildet.

Kommunikation, die beiden gut tut

Heute erfreut sich die Gewaltfreie Kommunikation weltweit großer Beliebtheit und Anwendung. Sie basiert auf unserer Fähigkeit, Gefühle und Bedürfnisse bei sich und anderen besser wahrzunehmen und auszudrücken, um dann gemeinsam nach Möglichkeiten zu suchen, die beiden gut tun. Es geht dabei also nicht um eine Technik, den anderen dazu zu bringen oder gar zu manipulieren, das zu tun, was ich will. Oder den anderen zu überzeugen, dass ich Recht habe. Rosenberg bringt es so auf den Punkt: „Willst du Recht haben oder glücklich sein – beides gleichzeitig geht nicht.“

Schauen wir uns mal zwei typische Reaktionsmuster an, wenn einer etwas tut oder sagt, was manch anderem gegen den Strich geht. Nehmen wie ein einfaches Beispiel: Frank und Anna sind für 20 Uhr verabredet. Frank kommt zum vereinbarten Treffpunkt erst um 20:30 Uhr. Zwei Reaktionen sind typisch. Erstens: Anna macht Frank Vorwürfe in Form von Verurteilungen, etwa „Du bist so was von unzuverlässig ...“ Und Zweitens: Anna gibt Frank die Schuld an ihrem Ärger. Eine klassische Reaktion von Frank auf diese Art der Beschuldigung mag eine Rechtfertigung, eine Verteidigung oder ein ‚Gegenschlag’ sein: „Stell dich doch nicht so an ...“. Dass diese Art der Kommunikation schnell zu einer handfesten Auseinandersetzung führen kann, ist leicht nachvollziehbar.

Alternativen zur moralisierenden Verurteilung

Wie könnte nun der Dialog auf Basis der GFK laufen? Nun, es beginnt damit, dass Anna erst mal den reinen Sachverhalt schildert, etwa so: „Ich bin davon ausgegangen, dass wir uns um 20 Uhr treffen wollten und jetzt ist es 20:30 Uhr.“ Darin findet man keine Interpretation oder eine moralisierende Verurteilung – es ist lediglich die Schilderung der Sachlage. Dann könnte Anna im zweiten Schritt zum Beispiel sagen: „Da war ich besorgt“ und erläutert im dritten Schritt den Grund der Besorgnis: „Weil ich sicher sein möchte, dass dir nichts passiert ist.“ In einem vierten und abschließenden Schritt schließt sie mit einer Bitte: „Bitte schicke mir doch das nächste Mal, wenn du absehen kannst, dass du es nicht zur verabredeten Zeit schaffst, eine Nachricht, damit ich mir keine Sorgen machen muss.“

Anna macht damit klar, dass Frank lediglich der Auslöser ihres Gefühls ist, aber nicht der Grund. Dieser liegt bei Anna im nicht erfüllten Bedürfnis nach Sicherheit. Das kann Frank gut verstehen, denn im Prinzip hat er das gleiche Bedürfnis. Und der Bitte kommt er gerne nach, denn ein sehr ausgeprägtes Bedürfnis was wir alle haben ist, zum Wohlergehen anderer beizutragen.

Von Helmut Nowak/RND

Wenn es beim Joggen im Knie zwickt, sollen es oft neue Laufschuhe richten. Tun sie aber nicht. Experten erklären, was wirklich hilft.

15.07.2017
Wissen Auf der Couch – der Expertentipp - Wie gefährlich ist Yoga?

Entspannung, Wellness, Gesundheit – das verbinden die meisten Menschen mit der asiatischen Körperkunst Yoga. Dass dieser Sport aber auch ein anspruchsvolles Training ist, das dem Körper durch vielseitige Kraft- und Flexibilitätsübungen stark fordert und demnach auch gesundheitliche Risiken mit sich bringt wird dabei häufig vergessen.

12.07.2017

Mit ‚Aluma Connect’ am Smartphone soll es in Zukunft sicherer sein, alleine unterwegs sein. Das Gerät sorgt im Notfall nicht nur für einen lauten, sondern auch für einen speziellen stillen Alarm.

23.08.2017