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Wissen EU-Kommission macht gegen Impfgegner mobil
Nachrichten Wissen EU-Kommission macht gegen Impfgegner mobil
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16:17 26.04.2018
Auch ein elektronischer, EU-weiter Impfausweis ist im Gespräch. Quelle: dpa
Brüssel

Angesichts wachsender Impfskepsis und zahlreicher Masernfälle drängt die EU-Kommission alle Mitgliedsstaaten zum gemeinsamen Gegensteuern. EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis legte am Donnerstag Vorschläge zur Steigerung von Impfraten vor und verband dies mit heftigen Angriffen auf Impfgegner.

Diese verbreiteten falsche Informationen und trügen damit zur Ausbreitung vermeidbarer Krankheiten bei, sagte Andriukaitis und fügte hinzu: „Es gibt keinen Impfstoff gegen Fake News.“ Impfungen gegen Infektionskrankheiten schützten nachweislich und seien „eine der größten medizinischen Errungenschaften unserer Zeit“. Jährlich würden dadurch ein bis drei Millionen Todesfälle vermieden.

Die Zahl der Masernfälle in der EU hatte zuletzt wieder zugenommen, sie schwankt aber von Jahr zu Jahr sehr. In den zwölf Monaten bis Ende Februar wurden in der EU nach offiziellen Angaben 14 813 Masernfälle gezählt. Das waren dreimal so viele wie im Vorjahr.

Die Kommission schlägt den EU-Staaten 20 konkrete Punkte vor, darunter die Erstellung nationaler Impfpläne bis 2020 mit dem Ziel, dass mindestens 95 Prozent der Bevölkerung gegen Masern geschützt sind. Ärzte und Schwestern sollen so geschult werden, dass sie „Impfungen selbstbewusst verabreichen und zögerlichem Verhalten entgegentreten können“. Ein Informationsportal soll „objektive, transparente und aktuelle Belege für die Vorzüge und die Sicherheit von Impfstoffen“ bieten. Die Brüsseler Behörde bringt zudem einen elektronischen, in der ganzen EU lesbaren Impfausweis ins Gespräch.

Über die Vorschläge sollen die EU-Staaten beraten und sie aus Sicht der Kommission bis Jahresende vereinbaren. Dann könnten sie direkt in Kraft treten.

Auch in Deutschland zu geringe Impfrate

Auch in Deutschland werden weiterhin zu wenige Kinder gegen Masern geimpft. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) haben 2016 zwar erstmals alle Bundesländer bei der ersten Masernimpfung die benötigte Quote von 95 Prozent erreicht. Bei der entscheidenden zweiten Impfung sei sie aber bei Kindern bis zum Schulanfang nur geringfügig auf 92,9 Prozent gestiegen. Zwei Jahre alte Kinder des Geburtsjahrgangs 2014 seien sogar nur zu 73,9 Prozent zweimal geimpft gewesen.

Für 2017 registrierte das Robert Koch-Institut (RKI) in Deutschland 929 Masernerkrankungen, fast dreimal so viele wie im Vorjahr. Allerdings schwanken die Zahlen von Jahr zu Jahr stark. In den ersten zwölf Wochen des laufenden Jahres seien 92 Fälle gemeldet worden, berichtete das RKI.

Von dpa/RND/ang