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Wissen 5000 neue Wörter für den Duden
Nachrichten Wissen 5000 neue Wörter für den Duden
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15:15 07.08.2017
Fake-News werden ab sofort auch im Duden gedruckt.  Quelle: dpa-Zentralbild
Berlin

Beim Duden gibt es Nachschlag – nochmal 5000 Wörter obendrauf. Wer den Hoodie auf seinem Phablet richtig tippen möchte, findet die korrekte Schreibweise jetzt auch in der deutschen Rechtschreib-Bibel.  Hoodie ist übrigens ein Kapuzenpullover, Phablet eine Kreuzung aus Telefon und Tablet.  Die Duden-Redaktion hat das Nachschlagewerk für die 27.Auflage erweitert, es erscheint am Mittwoch. Doch nicht nur das 15-köpfige Duden-Team hatte bei der Wortwahl das Sagen. „Im Prinzip reden 80 Millionen Menschen mit“, weiß Redaktionsleiterin Kathrin Kunkel-Razum. Denn das, was im Duden steht, hat sich vorher in den allgemeinen Sprachgebrauch eingebürgert. Also willkommen in der deutschen Sprache ihr Flexitarier (Menschen, die selten Fleisch essen), ihr Honks (Dummköpfe) oder ihr Wutbürgerinnen (das männliche Pendant hat es bereits früher in den Duden geschafft)!


Die Entscheidungen zur Neuaufnahme von Wörtern basieren auf einer riesigen elektronischen Textsammlung. Eingespeist werden Zeitungsartikel, aber zum Beispiel auch Gebrauchsanweisungen und Romane. Für Neuauflagen filtern Computerlinguisten neue Begriffe seit der vorigen Ausgabe heraus. Übrig bleiben ellenlange Listen, aus denen Redakteure Aufnahmekandidaten auswählen. Für die Aufnahme sind mehrere Kriterien entscheidend: Wörter müssen häufig und in unterschiedlichen Textsorten vorkommen. Enthaltene Rechtschreibtücken sind auch ein Faktor. Daneben geht es um die Dokumentation gesellschaftlicher Entwicklungen und Service: Manche Nutzer glaubten, dass es ein Wort nicht gibt, wenn es nicht im Duden steht, sagt Kunkel-Razum. Entsprechend viele Neuaufnahmen sind zusammengesetzte Substantive, wie Flüchtlingskrise und Mütterrente.

Merkel, Angela hat es bis ins gelbe Buch geschafft

Andere Wörter waren, teils erstaunlicherweise, bisher nicht verzeichnet: Kopfkino zum Beispiel. Auch für die Aufnahme aller Bundeskanzler hat sich die Redaktion nun erst entschieden. „Merkel, Angela“ – eines von insgesamt 145 000 Stichworten – mehr als fünfmal so viele wie im Urduden von 1880. Noch schaffen es die Buchbinder, all das in einem Band unterzubringen.
Und was gibt´ sonst noch Neues? Den Brexit, die Willkommenskultur, die Filterblase, den Roadtrip oder das Schmähgedicht. Auch Verben wie verpeilen,  tindern, liken oder facebooken sind durch einen Eintrag geadelt worden.  Und Berlin hat nun eine offizielle Stimme: Neben icke für ich hat auch der Späti (kurz für Spätkauf) den korrekten Weg ins Buch gefunden. Weggefallen ist dagegen eine geringe Zahl eingedeutschter Schreibweisen, die sich nicht durchgesetzt haben. Deshalb ist die Majonäse futschikato (neues Duden-Wort) – künftig also nur noch Pommes mit Mayonnaise.

Von hma/dpa/RND

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