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Wissen Chinas Schaumstoffindustrie setzt massenhaft illegale Ozonkiller ein
Nachrichten Wissen Chinas Schaumstoffindustrie setzt massenhaft illegale Ozonkiller ein
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11:31 11.07.2018
Das Ozonloch über der Antarktis am 24.09.2006 (rechts) und am 09.06.2013. Die blauen und violetten Farben zeigen an, dass die Ozonschicht dünn ist, die gelben, grünen und roten weisen auf mehr Ozon hin. Quelle: dpa
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Peking

Lange Zeit sah es nach einem Erfolg aus: Zwischen 2002 und 2012 nahm die Konzentration des für das Ozon schädlichen CFC-11 in der Atmosphäre konstant ab. Doch seit 2012 sinkt die Menge des Stoffes in der Atmosphäre langsamer als sie eigentlich sollte, wie Wissenschaftler im Mai berichteten. Durch natürliche Faktoren war das nicht erklärbar. Daher lautete die Vermutung: Im südlichen Asien werden – illegaler Weise – Ozonkiller von der Industrie eingesetzt.

Dieser Verdacht hat sich nun bestätigt. Trotz eines weltweiten Verbots setzt Chinas Schaumstoffindustrie im großen Stil illegale Chemikalien ein, die die Ozonschicht schädigen. Das zeigen Ermittlungen der Umweltschutzorganisation Environmental Investigation Agency (EIA). Demnach nutzen chinesische Unternehmen CFC-11 zum Aufschäumen von Kunststoffen. Die Ermittler hatten bei 21 Firmen nachgefragt, ob sie die Chemikalie verwenden – 18 bestätigten das. Teilweise durchaus mit dem Wissen, dass der Einsatz illegal ist, aber mit der Begründung dass die Chemikalie billiger und effektiver sei.

Seit 2010 gilt ein weltweites Produktionsverbot

CFC-11, auch bekannt als Trichlorfluormethan, gehört zu den Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW), die früher weltweit unter anderem als Kühlmittel und als Treibmittel in Spraydosen verwendet wurden. In den 1970er-Jahren erkannten Wissenschaftler, dass FCKW die schützende Ozonschicht in der höheren Atmosphäre schädigen können.

Nach der Entdeckung des Ozonlochs über der Antarktis im Jahr 1985 einigte sich die Staatengemeinschaft zwei Jahre später mit dem Montrealer Protokoll und folgenden Vereinbarungen auf eine drastische Reduzierung der FCKW. Seit 2010 gilt ein internationales Produktionsverbot für diese Stoffgruppe.

Auch Produktion von CFC läuft weiter

Als Unterzeichner des Montrealer Protokolls von 1987 hat auch China Trichlorfluormethan verboten, doch sei die Umsetzung des Verbots eher schlecht, stellten die EIA-Ermittler fest. Die Produktion von CFC endete in Industrieländern 1996 und in Entwicklungsländern eigentlich 2010, läuft nach ihren Erkenntnissen aber in China verbotenerweise weiter.

Die Hersteller verraten den Nutzern laut EIA nicht die Produktionsstätten und ändern demnach auch die Standorte häufig, um behördlichen Inspektionen zu entgehen. Ein Industrieinsider beschreibt das als „Guerilla-Taktik“. Die EIA sorgt sich auch darum, dass der Stoff illegalerweise zudem exportiert wird.

Von dpa/asu/RND

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