Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Wissen Blick in die Akte ersetzt nicht das Gespräch mit dem Arzt
Nachrichten Wissen Blick in die Akte ersetzt nicht das Gespräch mit dem Arzt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:01 06.03.2018
Regina Behrendt ist Referentin für den Bereich Gesundheit bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Quelle: RND
Hannover

Patienten haben das Recht, jederzeit ihre Patientenakte einzusehen. Das ist Teil der informationellen Selbstbestimmung und seit dem Patientenrechtegesetz von 2013 im Bürgerlichen Gesetzbuch im Paragraf 630g verankert. Die Einsicht in die Patientenakte ersetzt jedoch nicht die mündliche Aufklärung durch den Arzt. Ärzte müssen ihre Patienten verständlich über Erkrankung und Behandlung informieren und ihnen Gelegenheit geben, Fragen zu stellen. Patienten sollten deshalb bei Unklarheiten als Erstes das Gespräch suchen.

Patienten tragen die Kosten für Kopien

Darüber hinaus haben sie das Recht zu wissen, was in ihrer Patientenakte steht. Die Einsichtnahme kann direkt vor Ort erfolgen. Der Patient kann auch Abschriften der Unterlagen verlangen, dann muss er allerdings dem Arzt beziehungsweise Krankenhaus die Kosten erstatten. Wie viel die Kopie einer kompletten Patientenakte kosten darf, ist nicht detailliert geregelt, doch muss der Arzt im Zweifelsfall die Kosten nachweisen.

Dem Arzt Fristen setzten

Manchmal führt die Bitte um Akteneinsicht zu Irritationen. Wenn Patienten der Blick in die Unterlagen verweigert wird, empfiehlt es sich, den Arzt oder die Klinikverwaltung anzuschreiben und eine angemessene Frist zu setzen. Denn Praxen oder Kliniken müssen die Möglichkeit haben, die Akte im Rahmen ihres laufenden Betriebs bereitzustellen. Sollte das nicht zum Erfolg führen, hilft im Zweifel die Verbraucherzentrale oder ein Anwalt. Auch eine Beschwerde bei den Ärztekammern oder Datenschutzbeauftragten ist möglich.

Akteneinsicht kann beschränkt werden

Der Arzt kann den Zugriff auf die Akte beschränken, wenn er eine Selbstgefährdung des Patienten befürchtet. Das muss er aber begründen. Eine Lösung kann so aussehen, dass eine Vertrauensperson des Patienten die Akte einsehen darf oder der Arzt bei der Einsicht dabei ist. Und im Todesfall haben sowohl die Erben bei vermögensrechtlichen Interessen und die nächsten Angehörigen bei immateriellen Interessen, zum Beispiel einer Strafverfolgung, ein Einsichtsrecht.

Von Regina Behrendt/RND

Fachgerechte Therapiemethoden haben sich deutlich verbessert. Dagegen halten viele Anti-Pickel-Produkte nicht, was sie versprechen. Das kann man für seine Hautgesundheit tun...

06.03.2018

Sie sind schnell herzustellen, kommen meist ohne Chemie aus, und helfen zuverlässig: Hausmittel. Ob Husten, Schnupfen oder Fieber – mit dem Knoblauchbrot verjagt man nicht nur Erkältungssymptome.

05.03.2018
Wissen Medikamente - So wirkt Ibuprofen

Arzneimittelklassiker im Porträt: Wer hat sie erfunden, wie wurden sie entdeckt, wie wirken sie. Heute: Ibuprofen.

05.03.2018