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Wissen Auch geringe Mengen Alkohol sind gefährlich
Nachrichten Wissen Auch geringe Mengen Alkohol sind gefährlich
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21:36 07.06.2017
Etwa ein halber Liter Bier am Tag ist der für Deutschland empfohlene Schwellenwert. Der könnte nun angesichts der neuen Forschungsergebnisse bald angepasst werden. Quelle: iStock
Hannover

Wenn es gesellig wird, ist Alkohol meist nicht weit: Für viele gehört das Feierabendbier auf dem Sofa, das Glas Wein in der Bar oder das Alster für das Wochenende im Stadtpark zur Freizeit dazu. So ein bisschen kann ja wohl nichts schaden, hoffen die Gelegenheitstrinker.

Forscher aus Großbritannien gießen jetzt Wasser in den Wein: Mit einer Studie belegen sie, dass auch die „moderaten Trinker“ Grund zur Sorge haben. Denn schon geringe Mengen Alkohol können demnach einen nachweisbar schädlichen Einfluss auf das Gehirn haben.

Das Erinnerungsvermögen wird geschädigt

Wer mehrmals in der Woche zum Beispiel ein Glas Wein trinkt, schadet damit seinem Erinnerungsvermögen, haben die Wissenschaftler herausgefunden. Selbst gemäßigter Alkoholkonsum erhöhe etwa das Risiko der Zerstörung von Zellen im Hippocampus – dem Teil des Gehirns, der für das Langzeitgedächtnis verantwortlich ist. Auch die Fähigkeit, fließend zu sprechen, werde in Mitleidenschaft gezogen.

Und wer dachte, gelegentlicher Alkoholkonsum könne Krankheiten wie Schlaganfällen oder Herzinfarkten gar vorbeugen, wird ebenfalls eines Besseren belehrt. Wer dem Trinken komplett entsagt, lebt laut der Studie ebenso risikobehaftet wie jene, die ein oder zwei Gläser Wein oder Bier in der Woche trinken.

Das Forscherteam um Anya Topiwala von der Universität Oxford hat über einen Zeitraum von 30 Jahren knapp 550 gesunde Männer und Frauen begleitet. Seit 1985 nahmen die Versuchspersonen regelmäßig Alkohol zu sich, allerdings in unterschiedlich großen Mengen.

Schäden schon ab einem halben Glas Wein pro Woche

Als abstinent galten dabei jene, die wöchentlich zehn Milliliter Alkohol oder weniger zu sich nahmen. Zum Vergleich: Ein Glas Wein beinhaltet laut Studie 24,5 Milliliter. Die Gruppe der leichten Trinker konsumierte pro Woche knapp drei Gläser Wein. Bei moderaten Trinkern durften Frauen knapp sechs Gläser trinken, Männer maximal etwas mehr als acht. Der Bereich jenseits davon wird als „unsicheres Trinken“ eingestuft. Im Schnitt waren die Testpersonen 43 Jahre alt und hatten angegeben, nicht süchtig nach Alkohol zu sein.

Im Laufe der Jahre beobachteten die Wissenschaftler Veränderungen an der grauen und weißen Materie im Gehirn, dort wurden Nervenzellen angegriffen. Dabei fiel auf: Auch wer zu den moderaten Trinkern gehörte, war von dem Zellverlust nicht ausgenommen.

In Deutschland gilt ein höherer Schwellenwert als in Großbritannien

In Großbritannien fühlt man sich ob dieser Erkenntnisse nun bestätigt: Dort hat das Gesundheitsamt vergangenes Jahr den empfohlenen Schwellenwert für täglichen Alkoholkonsum auf 16 Gramm in der Woche reduziert. Dazu gilt der Hinweis: Wer regelmäßig die besagte Wochenmenge Alkohol zu sich nehme, solle den Konsum auf drei Tage oder mehr verteilen. Andernfalls setze man sich dem Risiko aus, seine Gesundheit zu gefährden oder sogar bei einem Unfall zu sterben.

In Deutschland liegt der Wert noch etwas höher. Männer dürfen laut der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) täglich bis zu 24 Gramm zu sich nehmen, was in etwa einem halben Liter Bier oder 0,3 Liter Wein entspricht. Frauen dürfen hingegen nur halb so viel verzehren. Für beide Geschlechter gilt jedoch, dass auch bei dieser Dosis an zwei Tagen in der Woche nicht getrunken werden sollte, um dem Körper eine Pause zu gönnen.

Wird der deutsche Wert bald angepasst?

Allerdings könnte sich der empfohlene Grenzwert für den täglichen Alkoholkonsum in Deutschland bald ändern. „Wir haben kürzlich unser Kuratorium erneut gebeten, den Sachstand noch einmal zu überarbeiten“, sagt der stellvertretende DHS-Geschäftsführer Peter Raiser. Das sei ein umfangreiches Unterfangen, da viele Studien berücksichtigt werden müssten, etwa zum Einfluss von Alkohol auf das Herz-Kreislauf-System oder Erkrankungen wie Leberzirrhose, Darmkrebs oder Brustkrebs. „Wir können aber nicht jedes Mal den Wert anpassen, wenn einzelne Studien veröffentlicht werden“, sagt Raiser.

Der Botschaft der britischen Studie verleiht er jedoch Nachdruck: „Es ist wichtig, dass in der Bevölkerung bekannt ist, dass auch vergleichsweise geringe Mengen Alkohol im Zusammenhang mit teils schweren Erkrankungen stehen.“

Von Nils Oehlschläger

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