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Wirtschaft Zypries bremst Verbot für Verbrennungsmotoren aus
Nachrichten Wirtschaft Zypries bremst Verbot für Verbrennungsmotoren aus
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16:18 30.07.2017
Bundeswirtschaftsministerin nahm am Sonntag Druck von der deutschen Autoindustrie. Quelle: dpa
Berlin

Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries ist gegen ein festes Datum für das Verbot von Verbrennungsmotoren in Deutschland. „Im Moment eine Jahreszahl wie 2040 festzulegen, ist weder sinnvoll noch zielführend“, sagte die SPD-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe am Sonntag.

Nachdem die Pläne der britischen Regierung zur Zukunft des Autos auf der Insel bekannt wurden, tritt Zypries im Vergleich zu Großbritannien auf die Bremse. Die Intention aus London, Verbrennungsmotoren von 2040 an zu verbieten und ganz auf Elektroantriebe zu setzen, könne man laut Zypries nicht mit der Situation in Deutschland vergleichen: „Während in England kaum noch Autos gebaut werden, ist Deutschland einer der größten Automobilbaunationen der Welt mit über einer Million Arbeitsplätzen, die davon abhängen.“ Die Ministerin forderte „einheitliche Regelungen auf EU-Ebene“.

Elektromobilitätsplan „sehr ambitioniert“

Zugleich zeigte sich Zypries skeptisch hinsichtlich des Plans, bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf deutsche Straßen zu bringen. Diese Zielmarke sei „sehr ambitioniert und nicht leicht zu erreichen“. Die Ministerin forderte eine gemeinsame Strategie von Politik und Automobilindustrie zur Förderung der Elektromobilität. „In der nächsten Wahlperiode sollte eine Plattform ,Zukunft der Mobilität’ eingerichtet werden, wo wir mit Experten über die notwendige Transformation zu nachhaltiger, vernetzter Mobilität sprechen“, sagte sie. Deutsche Hersteller müssten sich aber nun schnell bewegen, wenn sie mit der Konkurrenz aus China und anderen Ländern beim E-Auto noch mithalten wollten.

Ihr Parteikollege, SPD-Generalsekretär Hubertus Heil, nahm angesichts der Dieselaffäre die Autohersteller in die Pflicht. „Die Automobil-Hersteller stehen jetzt in allererster Linie in der Verantwortung für ihre Kunden und Verbraucher. Aus dieser Verantwortung darf der Staat sie nicht entlassen“, erklärte er. Die Hersteller hätten viel Vertrauen zerstört und müssten nun auch finanziell dafür gerade stehen. Steuersenkungen für die Konzerne, wie CSU-Chef Horst Seehofer sie fordere, nannte Heil „absurd“.

Seehofers Parteikollege, Verkehrsminister Alexander Dobrindt hatte bereits in der „Bild am Sonntag“ an die „verdammte Verantwortung“ der Hersteller appelliert, „das Vertrauen wiederherzustellen und die begangenen Fehler zu beheben“. Die Branche habe sich angesichts des Abgasskandals, millionenfacher Rückrufe und der jüngsten Berichte über ein mutmaßliches Kartell „in richtig schweres Fahrwasser“ gebracht. Mittlerweile droht nach Einschätzung des Ministers auch ein Imageschaden für deutsche Autos generell. „Das empfinde ich als furchtbar.“

Von RND/dpa

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