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Wirtschaft Zalando macht Douglas das Parfümgeschäft streitig
Nachrichten Wirtschaft Zalando macht Douglas das Parfümgeschäft streitig
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17:15 23.10.2017
Das alljährliche Weihnachtsgeschäft zählt bekanntlich zu den wichtigsten in der Parfümeriebranche. Quelle: dpa
Düsseldorf

Vor dem wichtigen Weihnachtsgeschäft kommt Bewegung in den deutschen Parfümeriemarkt. Zahlreiche neue Anbieter wollen sich ein Stück vom Milliardengeschäft mit Duftwässerchen und Schönheitspflegeprodukten sichern. Nicht zuletzt für Deutschlands größte Parfümeriekette Douglas könnte das zur Herausforderung werden. Doch für den Verbraucher ist es nach Einschätzung von Handelsexperten eine gute Nachricht.

Beispiel Zalando: Der Online-Modehändler will auch den Markt mit Beauty-Produkten aufmischen. Vom kommende Frühjahr an will Zalando sein Angebot um „ein breites Sortiment“ an Kosmetik-, Haut- und Haarpflegeprodukten sowie Parfüms erweitern.

„Viel Entwicklungspotential“

Kosmetik und Parfüm seien eine ideale Ergänzung zum aktuellen Modeangebot, ist Zalando-Co-Vorstandschef Rubin Ritter überzeugt. Der Internetprimus sehe dabei „viel Entwicklungspotenzial“, denn bislang gebe es in diesem Bereich keinen dominanten Onlinehändler. Die Erwartungen von Zalando sind hoch: Mehrere Hundert Millionen Euro hofft man in absehbarer Zeit mit Kosmetik und Parfüms umsetzen zu können.

Und als wäre das nicht genug, kündigte auch der Handelskonzern Otto.de an, ins digitale Geschäft mit der Schönheitspflege einzusteigen. Ab sofort verkauft Otto im Internet mehr als 1000 Produkte des Kosmetikkonzerns L'Oreal. Und im nächsten Jahr könnten noch einmal bis zu 500 weitere Produkte hinzukommen, heißt es in Hamburg.

Sephora will in die deutschen Einkaufsstraßen

Der Markt ist attraktiv. Nach einer Prognose der Unternehmensberatung A.T. Kearney werden die Onlineumsätze mit Schönheits- und Körperpflegeprodukten in Europa bis 2019 jährlich um mehr als 8 Prozent steigen. Kai Rechen, Chef des Onlinehändlers Parfumdreams.de, geht davon aus, dass gerade bei hochpreisigen Produkten am Ende „bis zu 30 Prozent der Branchenumsätze im Internet gemacht werden.“

Doch nicht nur im Internet sorgen neue Wettbewerber für frischen Wind. Auch in den Einkaufstraßen tut sich etwas. Der französische Parfümeriefilialist Sephora, Tochterunternehmen des Luxuskonzerns LVMH (Dior, Louis Vuitton), will ebenfalls den deutschen Markt erobern. Ende Juni eröffneten die Franzosen im Münchner Kaufhof am Marienplatz den ersten deutsche Sephora-Store. Seitdem sind fünf weitere Dependancen hinzugekommen. Bis Ende 2018 soll die gerade bei jungen Kunden erfolgreiche Kette bereits in 20 Kaufhof-Häusern zu finden sein.

Der Markteintritt fällt in eine Zeit, in der das Wachstum in der Branche erstmals seit Jahren schwächelt. Nach einer Umfrage des Handelsverbands Kosmetik, seien Umsatzimpulse im Kosmetikbereich derzeit Mangelware. „Hohe Konsumausgaben in anderen Bereichen, Rabatte im Parfümeriesektor und der zunehmend aggressive Preiskampf zwischen den Drogeriemärkten nagen an den Umsatzerwartungen“, fasste der Branchenverband die Lage zusammen.

Mehr Wettbewerb bedeutet mehr Auswahl

Auch Douglas bekam das zu spüren. Während die Umsätze außerhalb Deutschlands 2017 bislang kräftig zulegten, gingen die Verkäufe hierzulande zuletzt zurück.

Es könnte sich also auf dem deutschen Parfümeriemarkt einiges verändern. Platzhirsch Douglas wird kämpfen müssen, um seine Stellung zu verteidigen. Doch wie immer das Ringen ausgehen wird, ein Gewinner steht für den A.T.-Kearney-Handelsexperten Mirko Warschun fest: „Für den Verbraucher ist die Entwicklung nicht schlecht: Es gibt mehr Wettbewerb, Auswahl und neue Services.“

Von dpa/RND