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Wirtschaft Wiesenhof investiert in Fleisch aus der Petri-Schale
Nachrichten Wirtschaft Wiesenhof investiert in Fleisch aus der Petri-Schale
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13:04 05.01.2018
Webseite des Start-ups Supermeat Quelle: oH
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Osnabrück

 Der unter dem Namen Wiesenhof bekannte Geflügelfleischmarktführer PHW steigt in die Entwicklung von künstlich hergestelltem Fleisch ein. An dem israelischen Startup Supermeat habe sein Unternehmen eine Minderheitsbeteiligung erworben, sagte Peter Wesjohann, Vorstandsvorsitzender des niedersächsischen Konzerns gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. 

„Wir sehen unsere Beteiligung als strategische Partnerschaft“, erklärte Wesjohann. Er gehe davon aus, dass es in einigen Jahren Nachfrage nach künstlich erzeugtem Fleisch geben werde, ähnlich wie nach veganen Fleischersatzprodukten. Wie hoch die PHW-Beteiligung an dem israelischen Unternehmen ist, sagte er nicht. Weitere Investoren kommen unter anderem aus den USA. 

Bald im Supermarkt?

Er rechne damit, in drei Jahren die erste Generation von künstlich erzeugtem Fleisch an Restaurants ausliefern zu können, sagte Ido Savir, Geschäftsführer der Firma Supermeat. „Der nächste Schritt wäre, in weiteren 2 bis 5 Jahren die Produktion auf einen industriellen Maßstab zu vergrößern, um Supermärkte und den Lebensmittelhandel zu versorgen“, sagte er.  

Der Vorteil künstlich erzeugten Fleisches, das auch In-Vitro-Fleisch genannt wird, liege in der Effizienz und der Chance, damit den Ressourcenbedarf für die Fleischerzeugung zu verringern. Savir verwies auf Studien, wonach dank Fleisch aus Petrischalen eine Reduzierung der Emission des klimaschädlichen Kohlendioxids, des Landverbrauchs und des Wasserverbrauchs möglich sei. 

 „Die Firma hat viel Know-How, und ich denke, auch sie kann von unserem Know-How profitieren“, sagte Wesjohann. PHW setze künftig auf pflanzliche, tierische und im Labor erzeugte Eiweiß-Lebensmittel. „Die Konsumentenstruktur ist weltweit so heterogen, dass es für alle Varianten der Eiweißversorgung Liebhaber geben wird.“ Darauf wolle sich das Unternehmen einstellen, ohne jetzt schon sagen zu können, wie sich der Markt in Zukunft genau entwickeln werde. 

 Aufwendige Herstellung

Allerdings ist nach einer jüngst veröffentlichten Studie des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) die Herstellung des Labor-Fleisches aufwendig und nur in geringen Mengen möglich. Aber die Forscher stellten auch fest, dass in der Zukunft das so genannte In-Vitro-Fleisch tatsächlich helfen könnte, Probleme des Fleischkonsums mit Blick auf die wachsende Weltbevölkerung, den Klimawandel und den Tierschutz zu lösen. 

Laut der Studie sieht ein Teil der Verbraucher im In-Vitro-Fleisch eine von vielen möglichen Alternativen zur konventionellen Fleischproduktion. Auf Widerstand stoße das künstlich erzeugte Fleisch aber bei denen, die auf eine Verringerung des Fleischkonsums und den ökologischen Umbau der Landwirtschaft setzen. 

 Das künstliche Fleisch wird erzeugt, indem tierische Muskelzellen im Labor wachsen. Derzeit wird vor allem in den USA und den Niederlanden an der Technik geforscht.

PHW hat seinen Hauptsitz in Visbek bei Vechta. Der Gesamtumsatz lag 2015/2016 bei 2,5 Milliarden Euro – 1,4 Milliarden davon erwirtschaftete der Konzern mit Geflügelfleisch und seiner Marke Wiesenhof.

Von Elmar Stephan

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