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Wirtschaft Warnstreiks im öffentlichen Dienst beginnen
Nachrichten Wirtschaft Warnstreiks im öffentlichen Dienst beginnen
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12:51 10.04.2018
Die Anzeige am Flughafen Köln/Bonn zeigt zahlreiche annullierte Flüge Quelle: dpa
Berlin/Frankfurt/Köln

Bundesweit haben am Dienstag massive Warnstreiks im öffentlichen Dienst begonnen. Tausende Beschäftigte an Flughäfen, im Nahverkehr, in Kindergärten und anderen öffentlichen Betrieben legten am Morgen die Arbeit nieder. An den bestreikten Airports Frankfurt, München, Köln und Bremen wurden schon vorab hunderte Flüge annulliert. Reisende mussten sich den ganzen Tag über auf massive Verspätungen einstellen. Auch an Flughäfen in Hamburg, Berlin, Leipzig/Halle und Hannover fallen zahlreiche Flüge aus.

Die Gewerkschaft Verdi will mit der Streikwelle kurz vor der dritten Tarifrunde für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst den Druck weiter erhöhen. Die Gespräche finden am 15. und 16. April in Potsdam statt. Die Gewerkschaft fordert für bundesweit rund 2,3 Millionen Tarifbeschäftigten sechs Prozent mehr Lohn und Gehalt, mindestens aber 200 Euro pro Monat.

Der Verdi-Vorsitzende Frank Bsirske verteidigte die Ausstände. „Mit der massiven Ausweitung der Streiks setzen wir in dieser Woche deutliche Signale an die Arbeitgeber“, sagte Bsirske. „Wir erwarten, dass sie in der dritten Verhandlungsrunde ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen und damit eine gute Lösung am Verhandlungstisch ermöglichen.“

90.000 Passagiere betroffen

Wegen der Warnstreiks strich die Lufthansa für diesen Dienstag rund 800 Flüge. 90.000 Passagiere sollen von den Ausfällen betroffen sein. An deutschen Flughäfen arbeiten auch nach Privatisierungen noch zahlreiche Beschäftigte der Kommunen.

Am Airport Frankfurt legten Beschäftigte der Flugzeugabfertigung und Flughafenfeuerwehr am Morgen die Arbeit nieder. Auch die Flugsicherheitskontrolle sei betroffen. „Das ist auch das, wodurch wir die extremsten Einschränkungen erwarten“, sagte ein Sprecher des Airport-Betreibers Fraport.

Am Flughafen München strich die Lufthansa vorab insgesamt 240 Inlands- und Auslandsflüge. In Köln wurden 70 Flüge gestrichen. Betroffene Lufthansa-Kunden sollen ihren Flug kostenfrei umbuchen oder im Inland auf die Bahn ausweichen können.

Pendlerverkehr in NRW liegt lahm

Im Nahverkehr in Nordrhein-Westfalen wurden zahlreiche Verbindungen gestrichen. „Heute fahren keine Bahnen“, informierten die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) ihre Kunden. Mehre Städte kündigten zudem an, dass Kitas geschlossen bleiben müssen. Daneben können auch die Müllabfuhr, Sparkassen, Stadtverwaltungen, Krankenhäuser und der Schiffsverkehr von dem Warnstreik betroffen sein. Die Auswirkungen sind abhängig davon, wie viele Beschäftigte sich tatsächlich beteiligen.

Der kommunale Arbeitgeberverband VKA hatte den Gewerkschaften vorgeworfen, weniger die Arbeitgeberseite als die Bevölkerung unter Druck zu setzen. Der Arbeitgeberverband BDA warf den Gewerkschaften eine massive Schädigung der Volkswirtschaft vor.

Die Ausstände an den Flughäfen sollen auf Dienstag beschränkt sein. Die Gewerkschaften Verdi und Beamtenbund dbb kündigten bis Freitag allerdings weitere bundesweite Warnstreiks im gesamten öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen an. Betroffen sein sollen unter anderem Kitas, der Nahverkehr und die Müllabfuhr.

Von RND/dpa/mkr

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