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Wirtschaft Kommt vorerst nur ein E-Auto-Werk?
Nachrichten Wirtschaft Kommt vorerst nur ein E-Auto-Werk?
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05:00 18.10.2017
Volkswagen treibt seine Elektro-Offensive voran. Der VW I.D. ist bisher nur ein Konzeptauto. Quelle: Uli Deck
Wolfsburg

„Ein solcher Schritt wäre anfangs sinnvoll. Allein schon, um etwa die Risiken zu minimieren, die bei Neuanläufen entstehen“, sagte Osterloh im Vorfeld der Planungsrunde des Konzerns im November. Es gehe darum, die vorhandene Kapazität auszulasten - als Beispiel nannte er das Werk in Zwickau.

Volkswagen hatte unlängst angekündigt, seine Investitionen in die Elektromobilität bis 2030 auf 20 Milliarden Euro zu steigern. Bis 2025 wollen die Konzernmarken insgesamt mehr als 80 neue Autos mit E-Motor auf den Markt bringen, darunter rund 50 reine E-Autos und 30 Plug-in-Hybride. Bis 2030 soll es für jedes der weltweit rund 300 Modelle des Konzerns in allen Fahrzeugklassen und -segmenten mindestens eine elektrifizierte Variante geben.

Vorteile für Wolfsburg

Sollte der Konzern die Produktion seiner Elektrofahrzeuge vorerst an einem Standort konzentrieren, dann würden davon andere Werke profitieren, die derzeit nicht voll ausgelastet sind - vor allem wohl Wolfsburg und Emden. Bei einem solchen Szenario könnte VW die Produktion der Modelle Golf und Golf Variant von Zwickau nach Wolfsburg verschieben; der Passat ginge komplett nach Emden.

Zusammen mit der beschlossenen Fertigung eines Seat-SUV vom kommenden Jahr an und der Verlagerung der Golf-Produktion für den nordamerikanischen Markt von Puebla nach Wolfsburg ab 2019 würde das Stammwerk am Mittellandkanal mittelfristig einer guten Auslastung entgegenblicken. Derzeit bereitet VW in Wolfsburg außerdem die Produktion von 40 000 zusätzlichen Tiguan-Modellen vor, die ab Anfang 2018 vom Band laufen sollen.

Im vergangenen Jahr hatten sich das Management und die Arbeitnehmervertreter auf einen „Zukunftspakt” geeinigt, der die Kernmarke VW durch Kostensenkungen und Stellenabbau rentabler machen und zugleich die Umstellung auf die Elektroauto-Produktion einleiten soll. Die Kosten will der Konzern bis 2020 um 3,7 Milliarden Euro senken, die operative Rendite auf 4 Prozent steigern.

Betriebsratschef Osterloh erwartet im Gegenzug, dass VW die niedersächsischen Werke auslastet. Die Arbeitnehmervertreter treibt die Sorge, dass die schwächelnde Nachfrage nach dem vornehmlich in Wolfsburg gebauten Golf und dem in Emden gefertigten Passat den Vorstand zu weiteren Einschnitten veranlassen könnte.

Aktuell laufen die Vorbereitungen für die „Investitionsrunde“ im November, in der der Aufsichtsrat über die Pläne des Managements informiert wird. Die Zustimmung der Arbeitnehmer hänge davon ab, ob die deutschen Werke „entsprechend der vereinbarten Personalkurven im Zukunftspakt ausgelastet“ seien, hatte Osterloh zuvor erklärt. Langfristig seien der Betriebsrat und die Landesregierung daran interessiert, Niedersachsen zu einem Schwerpunkt für die E-Autoproduktion zu machen, hieß es.

Der europäische Automarkt hat einen Dämpfer erhalten. Nachdem im August die Zahl der Neuzulassungen in den EU-Ländern noch um 5,6 Prozent zugelegt hatte, schrumpfte sie im September um 2 Prozent auf 1,43 Millionen Autos, wie der Branchenverband Acea mitteilte. Vor allem in Großbritannien und Deutschland wurden weniger neue Autos zugelassen. Beim Volkswagen-Konzern betrug das Minus 0,9 Prozent.

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