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Wirtschaft Aus für VW-Passat – Neue Pläne für Werke in Hannover und Emden
Nachrichten Wirtschaft Aus für VW-Passat – Neue Pläne für Werke in Hannover und Emden
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00:17 09.11.2018
Auslaufmodell: Produktion des Passat in Emden. Quelle: dpa
Hannover

Die Volkswagen-Werke in Emden und Hannover sollen neue Standorte für Elektroautos werden. Nach HAZ-Informationen sehen die Planungen des Konzerns vor, die Produktion des Passat in Emden zu beenden und Teile der Transporter-Fertigung aus Hannover zu verlagern – vermutlich zum künftigen Partner Ford in die Türkei. Die endgültigen Beschlüsse dazu werde der Aufsichtsrat am 16. November treffen, verlautete am Dienstag in Wolfsburg. Offiziell wollte sich Volkswagen nicht äußern. „Kein Kommentar“, sagte ein Konzernsprecher.

Schon sehr konkret sind die Pläne für Emden. Aktuell werden in dem 1964 gegründeten Werk der Passat als Limousine und Kombi sowie das Coupé Arteon gebaut. Weil der Passat wegen des SUV-Booms immer weniger gefragt ist, kommt das Werk in diesem Jahr auf 19 Tage Kurzarbeit – statt der ursprünglich anvisierten 251.000 Autos laufen dort bis Ende Dezember nur 229.000 Modelle vom Band. Noch vor zehn Jahren war jeder fünfte verkaufte VW ein Passat, heute ist es nur noch jeder zehnte. Derzeit ist die achte Generation auf dem Markt, einen Nachfolger werde es nicht mehr geben, hieß es. Im Jahr 2022 werde die Produktion des Passat in Deutschland auslaufen.

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„Wenn der Vorstand das so entscheidet, brauchen wir neue Fahrzeuge, die das wegfallende Produktionsvolumen ausgleichen“, sagte Betriebsratschef Manfred Wulff. Zwischenzeitlich war dafür ein Modell der Konzernschwester Skoda im Gespräch, doch diese Option scheiterte am Widerstand der Belegschaft in Tschechien. Diese Forderung soll offenbar durch mehrere Elektro-Autos erfüllt werden. Der mit knapp 11.000 Beschäftigten größte industrielle Arbeitgeber in Ostfriesland würde damit eine führende Rolle bei der Elektrifizierung der VW-Fahrzeugflotte einnehmen. Volkswagen will für dieses Vorhaben bis 2022 insgesamt 34 Milliarden Euro ausgeben.

Eine größere Bedeutung für die Elektro-Strategie des Konzerns wird auch dem Werk von VW Nutzfahrzeuge (VWN) in Hannover mit seinen 16.000 Mitarbeitern beigemessen – die konkreten Schritte hingen hier aber auch vom Fortgang der Gespräche mit Ford ab, hieß es. Volkswagen und der US-Konkurrent streben eine Kooperation beim Bau leichter Nutzfahrzeuge an – eine Entscheidung darüber wird bis Weihnachten erwartet.

„Ein ‚Weiter so‘ kann es nicht geben“

Im vergangenen Jahr hat VWN in Hannover 175.000 Modelle der T-Baureihe produziert, rund zwei Drittel davon als Transporter, den Rest in den Varianten Multivan und California. Diese beiden Modelle könnten wegen ihrer hohen Margen auch weiter in Stöcken gebaut werden, hieß es. Für den Transporter hingegen suche man nach Alternativen – eine könnte das Ford-Werk in der Nähe von Istanbul sein.

Als Ersatz dafür soll VWN ein Elektro-Auto bauen – als Kandidat gilt der I.D.Buzz, eine Art E-Bulli. Die Chancen dafür stünden im Prinzip gut hieß es. Noch aber seien die Kosten in Hannover zu hoch: Das VW-Werk in Osnabrück könne jedes Auto 1000 Euro billiger bauen als die Kollegen in Stöcken. Es gelte daher, die Strukturen zu verschlanken und die Produktivität zu erhöhen, sagte VWN-Chef Thomas Sedran am Dienstag bei einer Betriebsversammlung: „Wir müssen alle gemeinsam möglichst schnell und beherzt gegensteuern – ein ‚Weiter so‘ kann es nicht geben.“

Betriebsrat fordert „adäquaten Ersatz“ für Stöcken

Die Arbeitnehmervertreter wollen einer Verlagerung des Transporters nur zustimmen, wenn es für Stöcken einen „adäquaten Ersatz“ gibt. Über Maßnahmen zur Optimierung der Produktion müsse jetzt verhandelt werden, sagte die Betriebsratsvorsitzende Bertina Murkovic. Es gebe aber Grenzen: „Wir lassen keine Kosteneinsparungen allein auf dem Rücken der Belegschaft zu.“ Die Arbeitsplätze in Hannover müssten bis mindestens 2028 garantiert werden.

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Von Jens Heitmann

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