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Wirtschaft Viele Fluggesellschaften richten WLAN ein
Nachrichten Wirtschaft Viele Fluggesellschaften richten WLAN ein
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17:17 27.11.2017
Die Fluggesellschaften bieten unterschiedliche Tarife an – zum Beispiel eine langsame Verbindung, nur um Mails zu versenden. Quelle: Foto: Fotolia
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Berlin

Smartphones und Tablets sind unsere ständigen Begleiter, aber ohne Internetverbindung nur halb so interessant. Auch auf Flugreise bieten immer mehr Airlines Internet an. Gratis oder günstig ist das aber in den seltensten Fällen.

Um Flugzeuge mit dem Internet zu verbinden, gibt es zwei Möglichkeiten: Die erste Variante setzt allein auf Satellitentechnik. Sie ist weltweit verfügbar, sowohl über Land als auch über dem Meer, aber teuer. Günstiger, aber nicht weltweit nutzbar ist eine kombinierte Nutzung von Mobilfunk-Basisstationen und Satelliten. Beiden Verfahren gemein ist der Weg, das Internet-Signal an den Passagier zu bringen: Das funktioniert über WLAN-Hotspots.

Lufthansa will 200 Maschinen nachrüsten

Die größeren Langstreckenmaschinen der Lufthansa beispielsweise sind bereits für diese Technik umgerüstet. „Aktuell arbeiten wir an den Flugzeugen für die Kurz- und Mittelstrecke der Airbus-320-Familie“, erklärt Lukas Bucher von Lufthansa Technik. „Bis Ende 2018 wollen wir weit mehr als 200 Maschinen nachgerüstet haben und den Service somit in fast allen Flugzeugen der Lufthansa-Gruppe anbieten.“ Insgesamt rund vier Tage dauere die Internet-Nachrüstung, die immer zusammen mit ohnehin fälligen Wartungen oder Reparaturen in Angriff genommen werde.

Die Internet-Tarife der Lufthansa auf der Kurz- und Mittelstrecke unterscheiden sich je nach Nutzungsart. Für Messaging-Dienste und fürs Mailen genügt der 3 Euro teure Tarif „Messaging“ mit einer langsameren Übertragungsgeschwindigkeit, während für den teuersten und schnellsten Tarif „Streaming“ 12 Euro fällig werden. Eine zeitliche Beschränkung gibt es bei beiden nicht. Das ist auf der Langstrecke anders. Dort bewegen sich die Kosten je nach Nutzungsdauer zwischen 9 Euro für 60 Minuten und 17 Euro für 24 Stunden.

Nur beim Billigflieger Norwegian ist Internet im Flieger kostenlos

Bei der Lufthansa-Tochter Eurowings ist die Tarifstruktur auf der Kurz- und Mittelstrecke ähnlich: Wem das Versenden von Kurznachrichten und Mails reicht, zahlt 3,90 Euro; das Premiumpaket mit Video-Streaming kostet 11,90 Euro – jeweils zeitunabhängig. Auf der Langstrecke schlagen 20 Megabyte mit 7,90 Euro zu Buche, 75 Megabyte kosten 25,90 Euro. Zur Orientierung: Musik-Streaming verbraucht im Schnitt rund ein Megabyte pro Minute, eine Minute Video-Streaming minütlich zwischen zwei und acht Megabyte.

In einem Tarifvergleich hat das Online-Portal „Check24“ unter mehr als 50 Fluggesellschaften nur eine Airline ausfindig gemacht, die den Service gratis anbietet: Der Billigflieger Norwegian erhebt keine Gebühren für das Surfen über den Wolken. Bei Fluggesellschaften wie Ryanair, Condor oder Tuifly gibt es dagegen gar kein WLAN im Flieger.

Kein Onlinebanking in öffentlichen Netzen

Zumindest ein bisschen kostenlos surfen ist bei einigen Airlines aus den Vereinigten Arabischen Emiraten drin: Bei Emirates können Passagiere ein kostenloses Inklusivvolumen von 20 Megabyte verbrauchen, während das größte Paket mit 500 Megabyte dann 15,99 US-Dollar (rund 13,80 Euro) kostet. Und bei Qatar Airways surfen Passagiere zumindest 15 Minuten kostenlos.

Michael Gundall von der Verbraucherzentrale ist kritisch: „Die teilweise hohen Preise bringen einen doch zu der Frage: Braucht man das? Kann die Mail nicht noch bis nach der Landung warten?“ Zudem weist der Experte auf die grundsätzliche Gefahr hin, in öffentlichen WLAN-Netzen ausgespäht zu werden: „Online-Banking oder andere sensible Bereiche sollten daher auch im Flieger tabu sein.“ Sein Rat: „Beschränken Sie das Surfen in öffentlichen WLAN-Netzen auf unkritische Seiten wie etwa Unterhaltung oder Nachrichten.“

Kein Problem für die Sicherheit

Die Flugsicherheit gefährden Internet-Technik und WLAN-Hotspots an Bord nicht. Die europäische Aufsichtsbehörde für Flugsicherheit EASA gestattet die Nutzung von Mobilgeräten ohne Flugmodus schon seit einigen Jahren. Früher galt es als gefährlich, das Smartphone während des Fluges auf Empfang geschaltet zu lassen – ein Sicherheitsrisiko ist allerdings mittlerweile widerlegt. Die Bordelektronik werde nicht durch mobile Geräte gestört, heißt es in den EASA-Richtlinien für Flugsicherheit.

Die EASA hat es aber den Fluggesellschaften überlassen, wie sie mit der Erlaubnis umgehen. Viele sehen Telefonieren während des Fluges weiterhin kritisch – nicht aus Sicherheitsgründen, sondern aus Rücksicht auf die Passagiere. So bleibt es bei den meisten Airlines verboten, Telefon- oder Skype-Gespräche zu führen. Außerdem müssen Smartphones und Tablets während Start und Landung meist weiterhin auf Flugmodus gestellt werden, Laptops gehören während Start und Landung ins Handgepäck.

Von dpa/RND

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