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Wirtschaft Verdi will Paketdienste mit Streiks lahmlegen
Nachrichten Wirtschaft Verdi will Paketdienste mit Streiks lahmlegen
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00:16 26.01.2018
Die Gewerkschaft Verdi ruft in Niedersachsen zu Streiks bei Paketdiensten auf. Quelle: dpa
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Hannover

 Am Mittwoch werden in der Region Hannover voraussichtlich viele Menschen vergeblich auf ihre Pakete warten. Die Gewerkschaft Verdi hat zu Streiks bei Paketdiensten und Speditionen aufgerufen. Sie will unter anderem ein Verteilzentrum von DPD in Lehrte lahmlegen. Bei weiteren Paketdiensten könnte ebenfalls gestreikt werden.

Anfang Dezember hatte DHL in Hannover aufgrund eines Streiks bereits rund 12.000 Pakete nicht wie geplant ausliefern können. Die Streiks in dieser Woche sollen laut Verdi mehr Unternehmen treffen als im Dezember und länger dauern. Bei einzelnen Firmen plane man sogar Zwölf-Stunden-Streiks.

Die Gewerkschaft will in den aktuellen Tarifverhandlungen den Druck auf die Unternehmen erhöhen. „Die Arbeitgeber haben in den bisherigen fünf Verhandlungsrunden kein akzeptables Angebot vorgelegt“, sagte Verdi-Verhandlungsführer Thomas Warner am Dienstag. Der Arbeitgeberverband GVN (Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen) bezeichnete sein Angebot als „tragfähig“.

Neben Paketdiensten will Verdi auch Speditionen wie Hellmann und Kraftverkehr Nagel zeitweise lahmlegen. Außerdem sollen die Beschäftigten am Mittwoch vor der GVN-Geschäftsstelle in Hannover demonstrieren. Verdi und GVN verhandeln seit Monaten über einen neuen Tarifvertrag. Die Gewerkschaft fordert unter anderem 6,5 Prozent mehr Lohn, Erfahrungsstufen sowie 30 statt 27 Urlaubstage für alle Beschäftigten. 

GVN hat laut Verdi eine Lohnerhöhung von 4,5 Prozent angeboten. Der Arbeitgeberverband erklärte, dass man über Details nur am Verhandlungstisch spreche. „Die Forderungen sind sehr vielschichtig und bedürfen einer gründlichen Auseinandersetzung.“ Man habe ein tragfähiges Angebot gemacht, an dem man festhalte. Am Donnerstag wollen sich beide Seiten zur sechsten Verhandlungsrunde treffen.

Viele Subunternehmer

Falls sie sich auf höhere Löhne einigen, werden davon allerdings nicht alle Beschäftigten profitieren. Verdi schätzt, dass nur 50 Prozent der Angestellten in der Logistikbranche in Unternehmen mit Tarifbindung arbeiten. Im Paketbereich beschäftigen nur DHL und UPS die Zusteller überwiegend selbst und bezahlen sie nach Tarif. Für Hermes, GLS und DPD hingegen stellen in der Regel Subunternehmer die Pakete zu.

Bei tariflosen Firmen würden viele Vollzeit-Beschäftigte nur rund 1800 Euro brutto verdienen, kritisiert Verdi. Der Staat zahle daher oftmals Aufstockerleistungen für Familien. Außerdem müssten die Beschäftigten mit einer Rente unterhalb des Grundsicherungsniveaus rechnen. „Der Steuerzahler subventioniert also globale Paket-Unternehmen“, kritisierte Verdi-Sekretär Christoph Feldmann.

Es gibt Hinweise darauf, dass einzelne Paket-Subunternehmer nicht einmal den Mindestlohn zahlen. So ermittelt die Staatsanwaltschaft Bonn wegen dieses Verdachts gegen Subunternehmer, die im Raum Euskirchen aktiv waren. „Wir haben Hinweise erhalten, dass Subunternehmer auch in Niedersachsen mit illegalen Methoden arbeiten“, sagte Feldmann. Verdi fordert, dass die Auftraggeber für Verstöße der Subunternehmer haften. Der Gesetzgeber müsse eine  „umfassende Nachunternehmerhaftung“ nach dem Vorbild der Fleischbranche einführen.

Verhandlungen auch bei der Post

Auch bei der Deutschen Post haben Tarifverhandlungen begonnen. In der ersten Verhandlungsrunde am Dienstag gab es keine Annäherung zwischen dem Bonner Konzern und den Arbeitnehmern. Verdi fordert sechs Prozent mehr Geld für die 130 000 Beschäftigten in Deutschland, bei den Gesprächen am Dienstag in Niederkassel bei Bonn machte das Unternehmen aber kein Angebot. Die Gespräche sollen am 6. und 7. Februar in Berlin fortgesetzt werden.

Von Christian Wölbert

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