Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Wirtschaft Unternehmen wälzen Stromkosten auf Verbraucher ab
Nachrichten Wirtschaft Unternehmen wälzen Stromkosten auf Verbraucher ab
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:57 15.09.2017
Hochspannungsnetz: Ein Viertel des Strompreises geht für die Leitungen drauf. Quelle: dpa
Berlin

Immer mehr Unternehmen in Deutschland lassen sich von den Netzgebühren für Strom befreien. Das geht aus eine Antwort der Bundesregierung auf eine schriftliche Frage der Grünen-Fraktion hervor, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt. Galten im Jahr 2016 noch Ausnahmeregelungen für insgesamt 3673 Firmen, könnte die Zahl in diesem Jahr auf über 4000 Unternehmen ansteigen. Bislang sind bei der zuständigen Bundesnetzagentur 289 neue Anträge auf Ausnahmen eingegangen. Das Bundeswirtschaftsministerium geht aber davon aus, dass viele Anträge erst kurz vor Ablauf der Antragsfrist am 30. September gestellt werden.

Über die sogenannten Netzentgelte finanzieren die Stromnetzbetreiber Wartung und Ausbau der Leitungen. Die Gebühren werden auf den Strompreis geschlagen und so im Prinzip von allen Kunden bezahlt. Sie machen etwa ein Viertel des Strompreises aus. Für Großkunden gilt seit dem Jahr 2011 eine Sonderregelung. Firmen, die besonders viel Strom abnehmen, etwa große Aluminiumhütten oder Elektrostahlwerke, können sich von den Netzentgelten weitgehend befreien lassen. Auch Unternehmen mit hohen Stromverbräuchen in Randzeiten kommen in den Genuss rabattierter Gebühren.

Die Kosten werden auf alle Stromverbraucher umgelegt

Mit der Ausnahmeregelung wollte die damalige schwarz-gelbe Bundesregierung die Wirtschaft von steigenden Strompreisen entlasten und so Arbeitsplätze in Deutschland sichern. Umweltpolitiker und Verbraucherschützer kritisierten von Beginn an, dass zu viele Firmen von den Ausnahmeregelungen profitieren. So finden sich in der Liste der befreiten Betriebe auch Schlachthöfe, Großbäckereien, Weingüter oder Golfplätze. Etwa 1,1 Milliarden sparen die Unternehmen durch die großzügigen Ausnahmeregeln allein in diesem Jahr ein. Die Kosten werden auf alle Stromverbraucher umgelegt.

Durch die wachsende Zahl der Ausnahmen könnte diese Belastung weiter steigen. „Noch einmal etwa 200 bis 400 Millionen Euro an Netzentgelten müssen private und gewerbliche Stromverbraucher für schwarz-gelbe Geschenke an die Industrie zahlen“, befürchtet der grüne Fraktionsvize Oliver Krischer. Die Verantwortung dafür sieht Krischer bei den letzten beiden Regierungen. „Auf Druck der FDP wurden die Befreiungen 2011 eingeführt und ein SPD-Wirtschaftsminister hat nichts an diesen Industriegeschenken auf Kosten der Privatverbraucher geändert“, so der Energieexperte seiner Partei. „Die Netzentgeltbefreiungen von 2011 zeigen bis heute, wer im Land profitiert, wenn die FDP regiert: Die Industrie auf Kosten von Privatverbrauchern und Kleingewerbe.“

Von Andreas Niesmann

Wirtschaft Prämie für erfolgreiche Prüfung - Land zahlt Handwerksmeistern 4000 Euro

Niedersächsische Handwerker können sich freuen: Sie sollen künftig 4000 Euro vom Land erhalten, wenn sie ihre Meisterprüfung bestehen. Der Bund der Steuerzahler sieht den Zuschuss kritisch.

18.09.2017

Das Land baut sein Projekt zum digitalen Lernen an Berufsbildenden Schulen aus. Künftig gibt es auch Lernwerkstätten in Lüneburg und Wolfsburg. Das kündigte Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) beim Bildungskongress von NiedersachsenMetall an.

Saskia Döhner 18.09.2017

Der „Angry Birds“-Erfinder Rovio peilt bei seinem Börsengang ein Volumen von knapp einer halben Milliarde Euro an. Das würde jedoch deutlich unter den zwei Milliarden Dollar liegen, von denen in jüngsten Medienberichten die Rede war.

15.09.2017