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Wirtschaft Türkischer Tourismus erholt sich von schwerer Krise
Nachrichten Wirtschaft Türkischer Tourismus erholt sich von schwerer Krise
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16:49 20.11.2017
Viele Urlauber in der Türkei kommen aus Deutschland. Quelle: dpa
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Antalya

Seinen deutschen Amtskollegen Sigmar Gabriel begrüßte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu Anfang November in der Touristenhochburg Antalya. Bei dem Treffen ging es um die schwierigen Streitfragen im ziemlich zerrütteten deutsch-türkischen Verhältnis. Cavusoglu hofft auf eine Verbesserung der Beziehungen. Nicht zuletzt damit wieder mehr Deutsche nach Antalya kommen, seinem Wahlkreis. „Nächstes Jahr wird es einen Reiseboom geben“, glaubt der türkische Außenminister.

Aussenminister Sigmar Gabriel trifft den Außenminister der Türkei, Mevlüt Cavusoglu. Quelle: imago/photothek

Probleme in der Deutsch-Türkischen Beziehung haben nicht geholfen

Tatsächlich scheint die türkische Tourismusbranche das Schlimmste hinter sich zu haben. Wegen der Terrorwelle, der Krise im Verhältnis zu Russland, politischer Turbulenzen nach dem Putschversuch vom Juli 2016 und des schweren Zerwürfnisses mit Deutschland war die Zahl der ausländischen Besucher in der Türkei stark eingebrochen - von 36,2 Millionen 2015 auf 25,3 Millionen im Jahr darauf. Kamen vor zwei Jahren 5,6 Millionen Deutsche in die Türkei, waren es im vergangenen Jahr nur noch 3,9 Millionen.

Auch deutsche Reiseveranstalter sehen ein Comeback

Während die Zahl der deutschen Besucher 2017 weiter zurückgehen wird, zeichnet sich aber insgesamt eine Wende ab. In den ersten neun Monaten kamen bereits mehr ausländische Touristen in die Türkei als im ganzen Vorjahr, nämlich 26 Millionen. Tourismusminister Numan Kurtulmus erwartet 2018 mit 37 Millionen Gästen und Tourismus-Einnahmen von 30 Milliarden Dollar einen neuen Reise-Rekord. Dazu sollen günstige Preise sowie staatliche Subventionen für Charterflüge und Kreuzfahrtschiffe beitragen. Auch deutsche Reiseveranstalter erwarten für 2018 ein Comeback der Türkei und stocken die Flug- und Hotelkapazitäten entsprechend auf. Die Türkei sei wieder „deutlich in der Gunst der Urlauber gestiegen“, sagt Marek Andryszak, Deutschland-Chef des Veranstalters TUI.

In Istanbul kommen die meisten Touristen aus Deutschland

In Istanbul stiegen die Gästezahlen in den ersten zehn Monaten um 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Besucherstatistik am Bosporus zeigt aber auch, dass die Krise zu deutlichen Verschiebungen auf den internationalen Märkten geführt hat. Die meisten Istanbul-Reisenden kamen zwar aus Deutschland, nämlich gut 860 000. Auf Platz zwei liegen aber bereits die Iraner mit 735 000 Gästen, gefolgt von Saudis und Russen. Während die Zahl der Gäste aus arabischen Ländern in den ersten zehn Monaten um ein Viertel zunahm, kamen Europäer, US-Amerikaner und Israelis weniger häufig an den Bosporus, was auch damit zusammenhängt, dass viele Kreuzfahrtreedereien im vergangenen und diesem Jahr einen Bogen um türkische Häfen machten.

Von Gerd Höhler/RND

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