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21:04 19.01.2018
Das Finanzamt für Steuerstrafsachen in Wuppertal verliert zwei Beamte, die  als Deutschlands führende Steuerfahnder gelten. Quelle: dpa
Wuppertal/Düsseldorf

 Sie gelten als Deutschlands schlagkräftigste Steuerfahnder und sollen dem Staat zu Mehreinnahmen im Milliardenwert verholfen haben – doch nun wechseln sie in die Privatwirtschaft: Sandra Höfer-Grosjean (45) und Volker Radermacher (49) fangen im März bei einer Tochter des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens Deloitte an.

„Mit Frau Höfer-Grosjean und Herrn Radermacher konnten wir zwei deutschlandweit bekannte und renommierte Steuerstrafrechtsexperten für unseren Standort Düsseldorf gewinnen“, teilte Markus Schackmann, Managing Partner bei Deloitte Legal, am Freitag mit. „Durch ihre Expertise und Erfahrungen in internationalem Steuerrecht und die Begleitung zahlreicher Großverfahren“ seien die beiden früheren Steuerbeamten eine ideale Ergänzung für die Beratung „in Fragen der Steuerrechtssicherheit“.

Die beiden Experten haben in den vergangenen Jahren viele große Steuersünder ins Schwitzen gebracht. Beide kommen vom Finanzamt für Steuerstrafsachen und Steuerfahndung in Wuppertal. Bisher leitete Höfer-Grosjean dort die Steuerfahndung, Radermacher war ihr Stellvertreter. 

Die Erfolgsbilanz dieser Behörde bei der Aufdeckung von Steuerstraftaten ist in Deutschland einzigartig. Die Wuppertaler Steuerfahnder spielten eine wesentliche Rolle beim Ankauf von Daten-CDs, die den Behörden Erkenntnisse über Tausende von Auslandskonten verschafften. Es kam dadurch zu zahlreichen Selbstanzeigen, Steuerstrafverfahren und Steuernachzahlungen von mehreren Milliarden Euro. Höfer-Großjean und Radermacher waren an diversen Großverfahren beteiligt, darunter auch der Aufdeckung des Cum-Ex-Steuerskandals.

Die Opposition im Düsseldorfer Landtag macht Nordrhein-Westfalens Regierung dafür verantwortlich, dass die beiden Steuerexperten ihre Erfahrungen nun in den Dienst der Wirtschaft stellen. Im vergangenen Sommer war der Chef der Wuppertaler Steuerfahndungsbehörde, Peter Beckhoff, in den Ruhestand gegangen. Höfer-Großjean bekam die kommissarische Leitung – doch nach dem Amtsantritt der neuen CDU/FDP-Landesregierung wurde die Stelle neu ausgeschrieben. Den Posten als Leiter der Behörde bekam ein führender Steuerbeamter aus Aachen.

Dies soll – so jedenfalls die Behauptung – die Entscheidung zum Wechsel ausgelöst haben. „So fährt man sehenden Auges eine bestens aufgestellte Steuerfahndung vor die Wand. Da werden ein paar Champagnerkorken knallen!“, twitterte der frühere Finanzminister des Landes, Norbert Walter-Borjans (SPD). 

Allerdings könnten auch pekuniäre Motive bei dem Wechsel eine Rolle spielen – schließlich sind die großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften bei der Anwerbung von Spitzenkräften alles andere als knauserig. Höfer-Großjean und Radermacher dürften daher künftig ein Gehalt kassieren, von dem sie als Beamte nur träumen können. 

Von Albrecht Scheuermann

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