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Wirtschaft Thyssenkrupp will Fusion gegen Willen der Arbeiter
Nachrichten Wirtschaft Thyssenkrupp will Fusion gegen Willen der Arbeiter
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18:15 23.11.2017
Stahlarbeiter demonstrieren gegen die geplante Fusion der Stahlkonzerne Thyssenkrupp und Tata. Quelle: dpa
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Essen

Trotz massiver Gegenwehr der Arbeitnehmer steuert der Industriekonzern Thyssenkrupp weiter auf eine Fusion seines europäischen Stahlgeschäfts mit der indischen Tata Steel zu. Die Pläne hätten „absolute Priorität“, sagte Vorstandschef Heinrich Hiesinger am Donnerstag auf der Bilanzpressekonferenz in Essen. Er bekräftigte noch einmal die Notwendigkeit des Zusammenschlusses. „Die strukturellen Probleme in der europäischen Stahlindustrie bestehen unverändert weiter“, sagte Hiesinger. Es gebe auch in Europa noch erhebliche Überkapazitäten beim Flachstahl. Man dürfe sich von der aktuell guten Gesamtsituation im Stahlmarkt nicht blenden lassen.

Arbeitnehmer fürchten massiven Stellenabbau bei Thyssenkrupp

Personalvorstand Oliver Burkhardt zeigte sich zuversichtlich, eine tragfähige Lösung finden zu können. Nach mehreren Sondierungsgesprächen rechnete er für Freitag mit dem Start der Verhandlungen mit der IG Metall und den Arbeitnehmervertretern. Diese fürchten den Abbau von deutlich mehr als den vom Unternehmen angekündigten 2000 Jobs und kritisieren die von Thyssenkrupp anvisierte Verlegung des Sitzes der Stahlsparte in die Niederlande. Außerdem fordern sie Arbeitsplatz- und Standort-Garantien. Thyssenkrupp-Stahl-Betriebsratschef Günter Back warf dem Konzernchef vor, trotz aller Risiken an dem Vorhaben festhalten zu wollen. Nach seiner Einschätzung ist es derzeit noch zu früh zur Aufnahme von Verhandlungen. Zeitgleich mit der Bilanzvorlage hatten sich nach Angaben einer IG-Metall-Sprecherin 8000 Thyssenkrupp-Stahlkocher zu einer Demonstration in Andernach in Rheinland-Pfalz versammelt.

Einsparungen trotz zweistelligem prozentualen Gewinn

Mit der Fusion will sich Thyssenkrupp stärker auf die Industriesparte konzentrieren, die mittlerweile den Löwenanteil des Geschäfts des Konzerns ausmacht. So sorgten etwa die gute Entwicklung bei Komponenten und Aufzügen für einen zweistelligen prozentualen Anstieg der Auftagseingänge und steigende operative Ergebnisse. Dennoch stand im Ende September abgeschlossenen Geschäftsjahr unterm Strich ein Verlust von 649 Millionen Euro. Hintergrund ist die Abschreibung von 900 Millionen Euro auf das mittlerweile verkaufte brasilianische Stahlwerk, die Thyssenkrupp im ersten Halbjahr vorgenommen hatte. Das deutsche und das indische Unternehmen erhoffen sich durch die Zusammenlegung ihrer Aktivitäten hohe Einsparungen – früheren Angaben zufolge 400 bis 600 Millionen Euro jährlich. An dem Gemeinschaftsunternehmen sollen Thyssenkrupp und Tata je 50 Prozent besitzen.

Zoff mit Gewerkschaftsvertretern kann den Chefs egal sein

Die Zustimmung der Arbeitnehmer zu der Stahlfusion ist jedoch nicht zwingend notwendig. Notfalls könnte Thyssenkrupp den Zusammenschluss auch gegen die Stimmen ihrer Vertreter im Aufsichtsrat durchsetzen. Hiesinger setzt allerdings darauf, eine „gute Lösung“ zu finden. Mehrere Gewerkschaftsvertreter warfen Thyssenkrupp zu wenig Transparenz vor. Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) sagte mit Blick auf die Konzernleitung: „Hosen runter - wir wollen wissen, was sie vorhaben.“

Von dpa/RND

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