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Wirtschaft Stuttgart 21 schlägt mit 8,2 Milliarden Euro zu Buche
Nachrichten Wirtschaft Stuttgart 21 schlägt mit 8,2 Milliarden Euro zu Buche
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19:32 26.01.2018
Der neue Stuttgarter Hauptbahnhof wird später als veranschlagt fertiggestellt. Teurer wird er auch noch. Quelle: imago/Tom Maelsa
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Berlin/Stuttgart

Das Bahnprojekt Stuttgart 21 verschlingt immer mehr Geld und wird noch später fertig. Bis zu 8,2 Milliarden Euro soll es nun kosten. Zudem wird der unterirdische Durchgangsbahnhof erst Ende 2025 betriebsbereit sein, vier Jahre später als zuletzt offiziell festgelegt. Der Konzern-Aufsichtsrat stimmte in einer Sondersitzung in Berlin einem entsprechenden Beschlussvorschlag des Vorstands zu. Grundlage dafür war ein externes Gutachten.

Als neue Kostenprognose nannte die Bahn 7,705 Milliarden Euro. Hinzu kommt ein Risikopuffer von 495 Millionen Euro für „unvorhergesehene Ereignisse“, so dass sich ein Finanzierungsrahmen von 8,2 Milliarden Euro ergibt. Diesen erachteten die Gutachter aus Wirtschaftsprüfern von PwC und Ingenieuren von Emch+Berger für notwendig, hieß es vom Aufsichtsrat.

Von den Gutachtern bestätigt, habe der Vorstand „glaubhaft dargelegt, dass die Fortführung des Projekts Stuttgart 21 wirtschaftlicher ist als ein Abbruch“. Der Kostenrahmen, jeweils mit Puffer, lag 2009 bei 4,526 Milliarden Euro, 2013 waren es dann 6,526 Milliarden.

Die Deutsche Bahn führt steigende Baupreise als Grund an

Außerdem wurde der Zeitplan am Freitag nochmals korrigiert: Der neue Hauptbahnhof mit seinen Anschlusstrecken soll nun Ende 2025 betriebsbereit sein. Trotz Zweifeln hatte die Bahn bis zuletzt offiziell Ende 2021 als Eröffnungstermin genannt. An der Station wird seit Februar 2010 gebaut.

Die Gründe der höheren Kalkulation für Stuttgart 21 liegen laut Aufsichtsrat in gestiegenen Baupreisen sowie „deutlich aufwendigeren Verfahren beim Tunnelbau“ durch das aufquellende Mineral Anhydrit, umfangreichen Genehmigungsverfahren und schließlich in der späteren Inbetriebnahme.

Kuhn und Hermann lehnen jede Beteiligung an den Mehrkosten ab

Die Bahn, der Bund, die EU, das Land Baden-Württemberg, die Stadt Stuttgart und der örtliche Flughafen hatten 2009 vereinbart, die Kosten aufzuteilen. Die Bauherrin Deutsche Bahn wurde mit 1,7 Milliarden Euro der größte Finanzier. Für den 2013 festgelegten Aufschlag um 2 Milliarden Euro wollte die Bahn die übrigen Projektbeteiligten in die Pflicht nehmen. Doch die lehnen das ab.

Der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) sagte: „Ich muss mit Erschrecken feststellen, dass alle Befürchtungen der Kritiker sich bewahrheiten. Dieses Projekt ist und bleibt eine kapitale und folgenschwere Fehlentscheidung, die leider nicht durch Volksentscheid korrigiert wurde.“ Hermann lehnte wie Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) eine Beteiligung an den Mehrkosten erneut ab. „Die Bahn baut Stuttgart 21, nicht die Stadt.“ Kuhn verwies zugleich darauf, dass die weitere Bauverzögerung auch Folgen für die Entwicklung der Kommune habe. Auf dem frei werdenden Gleisareal sollen unter anderem einmal 7500 Wohnungen entstehen.

Der Grünen-Verkehrspolitiker Matthias Gastel verlangte abermals ein strenges Kostenmanagement. „Die Finanzierung durch den Bund darf kein Tabu mehr sein.“ Die Bundesregierung müsse ihre Rolle als Bahn-Eigentümerin „endlich ernst nehmen und Lösungsvorschläge für die aus dem Ruder laufenden Kosten auf den Tisch legen.“

Von dpa/RND

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