Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Wirtschaft Computer machen einem Viertel der Beschäftigten Konkurrenz
Nachrichten Wirtschaft Computer machen einem Viertel der Beschäftigten Konkurrenz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:00 02.11.2018
Roboterarme auf der Hannover Messe: Technik wird vielseitiger und präziser Quelle: dpa
Hannover

Rund ein Viertel der Jobs in Niedersachsen könnte zum Großteil von Computern erledigt werden. Das geht aus einer neuen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor, einer Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit. „Die Forschung zeigt uns, dass der technologische Wandel in vielen Bereichen mit hohem Tempo voranschreitet“, sagte Bärbel Höltzen-Schoh, Chefin der Bundesagentur in Niedersachsen. Es werde aber nicht jede Digitalisierungsmöglichkeit tatsächlich in die Praxis umgesetzt werden.

Laut der Studie arbeiten 26,5 Prozent der niedersächsischen Beschäftigten in einem Beruf „mit hohem Substituierbarkeitspotenzial“. Das heißt, mindestens 70 Prozent der Aufgaben könnten von Computerprogrammen oder Maschinen übernommen werden. 2015 waren nur 15,2 Prozent der Beschäftigten bedroht.

Vor allem Autobranche in Niedersachsen ist betroffen

Wichtigster Grund für den steilen Anstieg ist der technische Fortschritt: Roboter, Computerprogramme oder 3D-Drucker können immer mehr. Vor allem Angestellte im verarbeitenden Gewerbe müssen sich auf Konkurrenz einstellen. Rund 55 Prozent von ihnen arbeiten in einem Beruf, der rein technisch betrachtet weitgehend automatisierbar wäre. Zu der Branche gehören zum Beispiel Autohersteller und -zulieferer, Maschinenbauer und Möbelproduzenten. Mehr als ein Fünftel aller Beschäftigten Niedersachsens ist in diesem Bereich tätig.

Ähnlich viele Aufgaben könnte die Technik im Finanzsektor übernehmen. Allerdings stehen Banken und Versicherungen nur für weniger als drei Prozent aller Jobs in Niedersachsen. Kaum Konkurrenz droht zum Beispiel Lehrern, Pflegern und Ärzten, Kellnern und Köchen oder Landwirten. Generell gilt: Je höher die berufliche Qualifikation, desto geringer ist der Anteil potenziell automatisierbarer Tätigkeiten. „Nach wie vor gilt, dass sich Fachkraft- und akademische Ausbildungen lohnen“, sagte Bundesagentur-Chefin Höltzen-Schoh.

Aufgrund der Bedeutung des verarbeitenden Gewerbes – vor allem der Autoindustrie – in Niedersachsen ist die Konkurrenz durch Technik hier etwas größer als in den meisten anderen Bundesländern. In den Dienstleistungsmetropolen Berlin und Hamburg sind nur rund 16 Prozent der Jobs betroffen. Bundesweit könnten Computer laut IAB 25,2 Prozent der Jobs zum Großteil übernehmen.

Experten erwarten keine Massenarbeitslosigkeit

Ob das tatsächlich passiert, steht auf einem anderen Blatt. Die Zahlen dürften „nicht als Vorhersage für mögliche Beschäftigungsverluste missverstanden werden“, betonen die IAB-Wissenschaftler. Ist menschliche Arbeit günstiger oder flexibler oder bringt sie bessere Qualität, werde sie eher nicht ersetzt. Hinzu kommen etwa rechtliche Hürden, zum Beispiel Zulassungen für selbst fahrende Paket-Transporter. Außerdem könnten viele neue Jobs entstehen: „Es muss entsprechend qualifiziertes Personal geben, das die neuen Technologien bedienen und warten kann.“

Die IAB-Forscher erwarten deshalb keineswegs eine Massenarbeitslosigkeit. Sie betonen aber immer wieder die Bedeutung der Weiterbildung. Die Bundesländer sollten entsprechende Programme fördern, heißt es in der Studie.

Von Christian Wölbert

Volkswagen hat die erste deutsche Musterklage am Hals. Die Verbraucherschützer reklamieren große Erfolgschancen. Doch ob sie dieses Versprechen halten können, wird sich erst in den nächsten Wochen zeigen.

02.11.2018

Nach Schweden im nächsten Jahr tritt Indonesien 2020 als Partnerland in Hannover an.

01.11.2018

Rund 2,4 Millionen Erwerbstätige in Deutschland wünschen sich mehr Arbeit. Die meisten von ihnen sind Teilzeitbeschäftigte, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Dabei geht es ihnen vor allem um Geld. Bei Vollzeit-Beschäftigten lässt sich hingegen ein anderer Trend beobachten.

01.11.2018