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Wirtschaft Stromversorger BEV bezahlt für positive Bewertung 
Nachrichten Wirtschaft Stromversorger BEV bezahlt für positive Bewertung 
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13:40 12.04.2018
Bei Strompreisvergleichen im Internet stehen meist die Anbieter mit den höchsten Boni vorn. Quelle: picture alliance / dpa
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Hannover

Wer nach einem günstigen Stromanbieter sucht,  kommt an der Bayerischen Energieversorgungsgesellschaft (BEV) kaum vorbei. Bei Vergleichsportalen im Internet rangiert das Münchener Unternehmen weit vorn – dank der versprochenen Boni für Kunden kann ein durchschnittlicher Haushalt in Hannover aktuell auf einen Preisvorteil von knapp 280 Euro im Jahr hoffen. Zuletzt jedoch häuften sich Beschwerden von Kunden über Verzögerungen bei der Abrechnung und der Auszahlung von Guthaben – jetzt hat die Verbraucherzentrale Niedersachsen die BEV wegen dieser Mängel abgemahnt.

Um bei Online-Preisvergleichen auf den vorderen Plätzen zu landen, loben Versorger hohe Prämien aus. Bei einem Verbrauch von 3500 Kilowattstunden Strom verspricht die BEV  Interessenten aktuell neben einem „Sofortbonus“ von 155 Euro noch einen „Neukundenbonus“ von 169 Euro (Stand Montag), Konkurrenten wie die RWE-Tochter Eprimo oder Eon bieten Prämien in ähnlicher Höhe.  

Da Portale wie Verivox oder Check24 zum Vergleich von sich aus immer den teuersten Tarif des jeweiligen Grundversorgers heranziehen, erscheint der Wechsel des Anbieters meist lukrativer als er eigentlich ist. Denn der örtliche Konkurrent bietet – zumindest im Internet – oft ähnlich günstige Konditionen wie die Energiediscounter: Neukunden aus Hannover beispielsweise zahlen bei durchschnittlichem Verbrauch  für den „Aktionsstrom“ von Enercity im ersten Jahr nur rund 20 Euro mehr als bei der BEV.

Dennoch ist dem Versorger nach eigenen Angaben gelungen, bundesweit etwa eine halbe Million Kunden zu gewinnen. Die von der Verbraucherzentrale beanstandeten Verzögerungen begründet die BEV mit „Systemanpassungen“: „Alle (...) betroffenen Kunden haben ihre Abrechnung erhalten und etwaige daraus resultierende Guthaben und Boni sind ausgezahlt“, erklärte ein Unternehmenssprecher. 

Beim Online-Beschwerdeportal Reclabox mahnen Kunden unterdessen weiter (korrekte) Schlussrechnungen und die Auszahlung von Boni an. Dort zeigen sich die Verbraucher zudem überrascht, dass die BEV bei den Vergleichsportalen trotz der Verzögerungen so gut bewertet wird: Bei Verivox würden 92 Prozent von knapp 6000 Kunden wieder zur BEV wechseln, bei Check24 bekommt der Versorger bei knapp 31.000 Bewertungen 4,4 von 5 möglichen Sternen. Ein Grund dafür könnte sein, dass die meisten Kunden ihre Meinung zu ihrem neuen Stromlieferanten unmittelbar nach Vertragsbeginn kundtun – und folglich nur ihre Zufriedenheit mit dem Wechselprozess widerspiegeln. 

Aber auch die BEV selbst hat augenscheinlich versucht, sich in ein gutes Licht zu rücken: Nach Angaben der Verbraucherzentrale Bayern hat der Versorger Kunden für eine positive Bewertung eine Vergütung von 50 oder 100 Euro versprochen – zumindest bis zum Herbst 2017.  Im November haben die Verbraucherschützer von dem Unternehmen erst eine Unterlassungserklärung verlangt und dann vor dem Landgericht München geklagt. Die BEV sei auf die Resonanz der Kunden angewiesen, sagte ein Unternehmenssprecher.  „Dabei sind für uns die positiven Bewertungen genauso wichtig wie die kritischen.“ Diese „ehrlichen Meinungen“ hole man „aktiv“ ein – man habe für positive wie negative Bewertungen genauso bezahlt.

Die Verbraucherzentrale rät Kunden zu Skepsis: „Online-Bewertungen kann man nicht blind vertrauen“, sagte Susanne Baumer, Teamleiterin Marktwächter Digitale Welt. „Für Hersteller und Dienstleister sind positive Bewertungen im Internet bares Geld wert.“

Von Jens Heitmann

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