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Wirtschaft Hannovers erfolgreichstes Start-up verlässt die Stadt
Nachrichten Wirtschaft Hannovers erfolgreichstes Start-up verlässt die Stadt
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00:30 05.04.2018
Simone Strey und Pierre Munzel vom Unternehmen Peat. Quelle: Mike Auerbach
Hannover

 Es geht zwar (noch) nicht um viele Arbeitsplätze, aber für den Wirtschaftsstandort Hannover ist es trotzdem ein Rückschlag: Das schnell wachsende und mehrfach ausgezeichnete hannoversche Start-up Peat hat vor Kurzem seinen Sitz nach Berlin verlegt. Die 2015 gegründete Firma tat sich in Hannover schwer, genügend Software-Experten zu finden. Deshalb habe man zunächst in Berlin ein Büro eröffnet, erklärte Peat-Mitgründer Pierre Munzel. Schließlich seien auch die restlichen Mitarbeiter dorthin gewechselt.

Von den in den vergangenen Jahren an der Leine gegründeten Firmen ist Peat die erfolgreichste. Sie gewann 2016 einen Preis der Wirtschaftsfördergesellschaft Hannoverimpuls, 2017 folgte der mit 50.000 Euro dotierte Innovationspreis der Cebit. Im Hebst steckten Investoren eine siebenstellige Summe in das junge Unternehmen. Mittlerweile hat es 25 Mitarbeiter; in einem Jahr werden es laut Munzel voraussichtlich 50 sein, in zwei Jahren vielleicht schon 100.

 „Das ist ein Verlust“

Peat hat eine Smartphone-App entwickelt, die man als digitalen Pflanzendoktor bezeichnen kann: Sie identifiziert durch Bilderkennung Krankheiten, zum Beispiel bei Kartoffeln, und empfiehlt Gegenmaßnahmen. Heruntergeladen wurde sie schon zwei Millionen Mal – vor allem von Kleinbauern in Indien, aber auch von Hobbygärtnern in aller Welt. Die App ist kostenlos, aber Peat vergibt auch kostenpflichtige Software-Lizenzen an andere Firmen, zum Beispiel an Hersteller von Pflanzenschutzmitteln.

Der Wegzug von Peat sei „natürlich ein Verlust“, sagte Stefan Wissuwa, der als Leiter des Firmenkundengeschäfts der Commerzbank in der Region Hannover die Gründerszene beobachtet. Erfolgreiche Start-ups seien ein ideales Aushängeschild für einen Standort. Hannover biete Gründern zwar gute Bedingungen, wenn man die harten Fakten betrachte. Doch Software-Entwickler, Top-Absolventen und kreative, risikobereite Leute ziehe es besonders stark „in die ganz großen Metropolen“, sagte er.

Auch andere Firmen im Technologiesektor bekamen das schon zu spüren, zum Beispiel der Online-Händler Notebooksbilliger. Er hat seinen Hauptsitz zwar noch in Sarstedt bei Hannover, eröffnete aber einen Standort in Potsdam, weil er in Hannover nicht genügend Software-Experten und Grafiker fand.

Hannover muss Image verbessern

Hannoverimpuls, die Wirtschaftsfördergesellschaft der Stadt und der Region, sieht den Wegzug von Peat „mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, sagte eine Sprecherin. Man sei stolz, dass man Ideen von internationaler Bedeutung fördere. Peat hatte 2016 in einem Wettbewerb von Hannoverimpuls eine Reise ins Silicon Valley im Wert von rund 11.000 Euro gewonnen, finanziert von den Wirtschaftsförderern sowie der Sparkasse Hannover.

Mit dem Umzug nach Berlin habe Peat nicht gegen die Teilnahmebedingungen des Wettbewerbs verstoßen, erklärte die Sprecherin. Es werde immer wieder Start-ups geben, die Hannover verlassen. „Es geht aber auch umgekehrt.“ Zum Beispiel sei das Start-up Fidlock 2008 von Berlin nach Hannover gezogen und beschäftige hier mittlerweile 30 Mitarbeiter.

Laut Commerzbank-Geschäftsführer Wissuwa ist es wichtig, dass sich das Image der Stadt Hannover unter Absolventen verbessert. „Der Gefahr, dass es weitere Beispiele wie Peat geben kann, muss man sich bewusst sein, und jeder Verantwortliche in Wirtschaft, Politik und Kultur kann in seinem Bereich dazu tagtäglich und auch übergreifend beitragen, diese in eine Chance zu wandeln“, sagte er.

Von Christian Wölbert

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