Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Wirtschaft So kommen Kunden an ihre Entschädigung bei Flugverspätungen
Nachrichten Wirtschaft So kommen Kunden an ihre Entschädigung bei Flugverspätungen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:58 23.04.2018
Tuifly will von sich aus keine Entschädigungen zahlen. Quelle: dpa
Hannover

 Mit seinem Urteil zu den wilden Streiks bei Tuifly im Herbst 2016 hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) Anfang der Woche alle überrascht – die Fluggesellschaft, die Passagiere und die Verbraucherschützer. Die Luxemburger Richter sind der Auffassung, dass die Airline für die damaligen Verspätungen und Annulierungen Ausgleichszahlungen leisten muss, die aus den massenhaften Krankmeldungen ihrer Crews resultierten. Tuifly will die Kunden jedoch nicht von sich aus entschädigen. So kommen Sie an Ihr Geld:

Um welche Ansprüche geht es?

Passagiere können ab einer Verspätung von drei Stunden von ihrer Fluggesellschaft Geld bekommen, sofern Sie in einem europäischen Land gestartet sind. Gleiches gilt, wenn Sie in einem EU-Mitgliedstaat gelandet sind und die Airline ihren Sitz in Europa hat. Die Höhe der Ausgleichszahlung richtet sich nach der Verspätung und der Länge Ihrer Flugstrecke:

250 Euro: Bei Flugstrecken bis 1500 Kilometern 

 400 Euro: Bei EU-Flugstrecken von mehr als 1500 Kilometern oder wenn der Flug von einem Flughafen eines Nicht-EU-Staates startet oder dort landet und die Entfernung zwischen 1500 Kilometern und 3500 Kilometern beträgt. 

600 Euro: Bei Strecken über 3500 Kilometern mit Start oder Ziel außerhalb der EU. Wenn sich der Flug um höchstens vier Stunden verspätet, darf die Airline die Entschädigung um die Hälfte kürzen.

Bis wann können die Kunden Ihre Ansprüche geltend machen?

Die Verspätungen und Annulierungen waren im Herbst 2016. Die Kunden haben drei Jahre Zeit, ihre Ansprüche anzumelden. Gerechnet wird ab dem Jahresende – die Frist läuft also bis zum 31. Dezember 2019.

Wie komme ich am günstigten an eine Entschädigung?

Auf eigene Faust. Im Internet gibt es unter anderem beim Portal Finanztip.de einen Online-Rechner zur Ermittlung der Höhe des Geldbetrages. Dort oder beim ADAC finden sich auch Musterschreiben zur Einforderung des Betrages. Wichtig ist dabei: Diese müssen direkt an die Fluggesllschaft adressiert sein – in diesem Fall also an Tuifly und nicht an die Tui. Falls die Airline nicht zahlen will, hilft eine Beschwerde bei der Schlichtungsstelle SÖP, die für Verbraucher kostenlos arbeitet.

Geht das nicht auch einfacher und schneller?

Wer sich nicht selbst mit einer Fluggesellschaft auseinandersetzen will, kann sich  an Dienstleister wenden, die das Geld eintreiben. Das kostet aber: Wer einen Anwalt einschalte,  zahle bei einer Entschädigungssumme von 400 Euro beispielsweise Gebühren in Höhe von 83,54 Euro, sagt der Reiserechtsexperte Paul Degott. Eine Alternative sind Online-Anbieter wie Fluggasthelfer-Portale wie Flightright oder Sofortentschädiger wie EU-Flight: Während erstere das Geld in der Regel in Inkasso-Manier eintreiben, zahlen letztere ihren Kunden ihre Entschädigung schnell aus. Beide kassieren Provisionen – sie liegen zwischen 25 und rund 40 Prozent. 

Von Jens Heitmann

Weniger ist mehr: Der Lebensmittelkonzern Nestlé hat einen Zucker entwickelt, der süßer schmeckt, weshalb man weniger von ihm benötigt. Der erste Schokoriegel mit dem porös-süßen Gemisch ist nun in Großbritannien auf den Markt gekommen.

20.04.2018

Verdi kritisiert Eigentümer und Vorstand:  Unklare Zukunft der Bank schafft eine „unerträgliche Situation“ für die Beschäftigten

23.04.2018

Bilanzskandal und Börsentief: Der Möbelriese Steinhoff hat seit Ende 2017 mit einigen Turbulenzen zu kämpfen. Die Aktionäre sind beunruhigt – auf der Hauptversammlung am Freitag sollen die wichtigsten Fragen zur aktuellen Konzernlage geklärt werden.

20.04.2018