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Fast jeder Zweite wurde gehackt oder betrogen

Internetkriminalität Fast jeder Zweite wurde gehackt oder betrogen

Rund 40 Prozent der deutschen Internetnutzer wurden laut einer Umfrage von Hackern oder Betrügern angegriffen. Behörden rufen deshalb am „Safer Internet Day“ zu mehr Umsicht auf.

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Experten raten zum Zwei-Faktor-Schutz: Passwort plus Einmalcode

Quelle: dpa 

Berlin.  Rund 41 Prozent der Internetnutzer in Deutschland sind schon einmal von Hackern attackiert oder beim Online-Shopping betrogen worden. Das geht aus einer Umfrage hervor, die das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) in Auftrag gegeben haben. Die Behörden wollen auf Gefahren und Schutzmaßnahmen aufmerksam machen – anlässlich des von der EU-Kommission initiierten „Safer Internet Day“ am Dienstag.

Rund 20 Prozent der Befragten gaben an, ihr Computer oder Handy sei bereits von Schadsoftware wie Viren oder Trojanern befallen worden. Acht Prozent wurden beim Online-Shopping betrogen, sechs Prozent wurden Opfer von Passwortdiebstahl (“Phishing“). Weitere genannte Attacken waren Identitätsdiebstahl (5 Prozent) und Erpressung mit Verschlüsselungstrojanern (4 Prozent). 

Sorglose Nutzer

Nur 19 Prozent der Opfer haben nach eigener Auskunft die Tat bei der Polizei angezeigt. Aus Sicht von Experten ist das zu wenig: Betroffene sollten jeden Fall von Cyber-Kriminalität anzeigen, forderte der ProPK-Vorsitzende Gerhard Klotter. Dadurch bekämen die Ermittler wichtige Hinweise über das Vorgehen der Täter.

Der Umfrage zufolge schützen viele Nutzer sich nicht ausreichend. Zwei Drittel nutzen ein aktuelles Antivirenprogramm und eine Firewall. Weniger als die Hälfte (45 Prozent) achten auf eine sichere Verbindung zur Übertragung ihrer Daten. 37 Prozent installieren verfügbare Updates sofort und nur 21 Prozent legen regelmäßig Sicherheitskopien an. 

„Sicheres Verhalten im Internet muss so selbstverständlich werden wie im Straßenverkehr. Schon mit einigen einfachen Maßnahmen kann man das Schutzniveau deutlich erhöhen“, betonte BSI-Präsident Arne Schönbohm. Essenziell sind laut BSI eine Antiviren-Software, das Installieren von Sicherheitsupdates sowie regelmäßiges Sichern von persönlichen Daten.

Passwort-Grundregeln

Die Behörde betont auch die Bedeutung von Passwörtern. Die sollten mindestens acht Zeichen lang sein sowie Klein- und Großbuchstaben und Sonderzeichen enthalten. Als Tipp gegen das Vergessen rät das Amt, einen Passwortmanager zu installieren oder die Anfangsbuchstaben eines Satzes als Passwort zu verwenden. Obendrein sollte man für jeden Dienst ein anderes Kennwort verwenden und es regelmäßig ändern. Auch den zusätzlichen Schutz durch Einmal-Codes per App oder SMS empfiehlt das Amt (“Zwei-Faktor-Authentifizierung“).  

Da Betrüger versuchen, Nutzer auf gefälschte Bank-Webseiten zu locken, muss man beim Online-Banking penibel auf die Adresse achten. „Ihre Bank fordert Sie niemals per E-Mail dazu auf, vertrauliche Daten wie PIN, TAN oder Kontonummer bekannt zu geben“, betont das BSI.

Die Experten warnen außerdem vor sogenannten „Fake-Shops“: Diese locken mit günstiger Markenware, liefern aber nie. Auffällig niedrige Preise, Rechtschreibfehler in den Beschreibungen sowie unvollständige Angaben im Impressum sollten deshalb misstrausch machen. Alle Tipps stehen unter bsi-fuer-buerger.de.

Von Jenny Tobien und Christian Wölbert

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