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Wirtschaft Kernmarke VW schafft die Trendwende
Nachrichten Wirtschaft Kernmarke VW schafft die Trendwende
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00:19 17.03.2018
Die Volkswagen-Kernmarke VW Pkw will bis 2020 jährlich 3,7 Milliarden Euro einsparen. Quelle: Clemens Heidrich/Archiv
Wolfsburg

 Die Volkswagen-Kernmarke VW kommt bei ihrer Neuausrichtung voran. Wegen höherer Verkaufszahlen, sinkender Kosten und einer wachsenden Modellpalette konnte der größte Autohersteller im Konzern im vergangenen Jahr neben dem Umsatz auch den operativen Gewinn wieder steigern – zum ersten Mal seit 2012. „Wir haben die Trendwende geschafft“, sagte Markenchef Herbt Diess am Mittwoch in Wolfsburg. „Auch unsere Kunden nehmen uns wieder als zukunftsfähig wahr.“

Mit Ausnahme von Deutschland hat VW zuletzt auf allen großen Märkten mehr Autos verkauft: Neben China und Brasilien stieg der Absatz auch in den USA, wo das Image der Marke besonders unter den Diesel-Abgasmanipulationen gelitten hatte. Insgesamt lieferte VW 6,23 Millionen Fahrzeuge aus, ein Plus von 4,2 Prozent. Treiber des Wachstum sind vor allem Geländewagen für die Stadt – inzwischen ist jeder siebte verkaufte Volkswagen ein SUV. Bis 2020 solle der Anteil auf bis zu 40 Prozent steigen, sagte Diess. 

Neben dem Erfolg der höherpreisigen SUV-Modelle haben auch die Einsparungen im Rahmen des „Zukunftspaktes“ zum besseren Ergebnis beigetragen. Das Reformprogramm sieht bis Ende 2020 den Abbau von 30.000 Stellen vor – 23.000 davon in Deutschland;  im Gegenzug sollen rund 9000 Arbeitsplätze in Zukunftsfeldern wie etwa der Software-Entwicklung entstehen. Die Kosten will VW bis dahin  jährlich um 3,7 Milliarden Euro senken, zuletzt habe man 2 Milliarden Euro geschafft, sagte Finanzchef Arno Antlitz. 9350 Mitarbeiter hätten Altersteilzeitverträge unterschrieben, die Belastungen dafür bezifferte er auf rund 200 Millionen Euro.

Der bereinigte Umsatz der Marke erreichte zuletzt 80 Milliarden Euro, operativ verdiente VW 3,3 (Vorjahr: 1,9) Milliarden Euro – damit stieg die Rendite von 1,8 auf 4,1 Prozent. Für das laufende Jahr erwartet das Management ein Umsatzplus von einem Zehntel und eine Marge zwischen 4 und 5 Prozent. Wegen der Diesel-Affäre musste VW 2017 noch einmal Rückstellungen von 3,2 Milliarden Euro verbuchen; deshalb blieb unter dem Strich vom Gewinn kaum etwas übrig. Für dieses Jahr erwarte man keine neuen Belastungen, hieß es.

Drohenden Strafzahlungen wegen der Überschreitung strengerer Grenzwerte für den Kohlendioxid-Ausstoß hofft man in Wolfsburg vor allem durch einen höheren Absatz von Elektroautos zu entgehen. Der Erfolg der Abwrackprämie für alte Diesel stimme ihn zuversichtlich, dass VW die in der EU ab 2021 geltenden Grenzwerte von 95 Gramm CO2 je Kilometer für alle neu zugelassenen Pkw einhalten werde, sagte Diess: „Die Kunden steigen um, wenn der Preis stimmt.“ 160.000 VW-Fahrer hätten ältere Diesel gegen neue Autos eingetauscht, 2017 habe sich Zahl der verkauften E-Modelle auf 43.000 Stück verdreifacht. Der E-Golf sei für das laufende Jahr schon so gut wie ausverkauft. „Das hat unsere Erwartungen übertroffen“, sagte Diess.

Von Jens Heitmann

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