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Wirtschaft Real will Löhne der Mitarbeiter drücken
Nachrichten Wirtschaft Real will Löhne der Mitarbeiter drücken
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00:16 28.06.2018
Real-Supermarkt: Hoher Wettbewerbs- und Preisdruck. Quelle: dpa
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Berlin

Die kriselnde Einzelhandelskette Real will neue Mitarbeiter in ihren mehr als 280 Supermärkten künftig deutlich schlechter bezahlen. Das berichtet der Weser-Kurier unter Berufung auf Gewerkschafter. „Neue Mitarbeiter verdienen bis zu 25 Prozent weniger“, zitiert das Blatt Christian Vasenthien, bei der Gewerkschaft Verdi im Bezirk Hannover-Heide-Weser für den Bereich Handel zuständig.

Der Gewerkschafter befürchtet, dass nicht nur neuen, sondern auch bisherigen Beschäftigten Einbußen drohen – trotz der gegenteiligen Versicherung der Geschäftsleitung. „Wer versetzt oder befördert wird oder andere Aufgaben übernimmt und dabei einen neuen Vertrag unterzeichnet, wird künftig weniger verdienen als nach dem alten Tarifvertrag vorgesehen. Solche Fälle hat es in letzter Zeit bereits gegeben“, sagt Vasenthien dem Weser-Kurier.

Real leidet unter hohem Wettbewerbsdruck

Anfang Juni sind die 34.000 Real-Mitarbeiter in eine neue GmbH ausgelagert worden. Der mit der Gewerkschaft Verdi ausgehandelte Tarifvertrag für die alte Gesellschaft gilt für neu eingestellte Mitarbeiter nicht mehr.

Die Real-Geschäftsleitung hatte in einer Pressemitteilung erklärt: „Durch die Übertragung des Geschäftsbetriebes auf eine nicht an die Tarifverträge mit Verdi gebundene Gesellschaft sind die Voraussetzungen dafür geschaffen worden, die Personalkosten bei Real mittel- bis langfristig wettbewerbsfähig zu gestalten.“ Laut Verdi sind auch 4500 befristet Beschäftigte betroffen – ihre alten Verträge sollen nicht verlängert werden.

Die Metro-Tochter Real leidet seit Jahren unter dem hohen Wettbewerbs- und Preisdruck im deutschen Lebensmitteleinzelhandel. Auf der Suche nach Einsparmöglichkeiten hatte die Kette lange versucht, sich mit den Gewerkschaften gütlich auf eine Senkung der Lohnkosten zu einigen. Das ist nicht gelungen. Seit dem Scheitern der Gespräche fährt das Management einen härteren Kurs.

Verdi wirft Real Tarifflucht vor

Im Frühjahr hat Real den Tarifvertrag mit der Gewerkschaft Ver.di. gekündigt und will nach dem Wechsel in den Arbeitgeberverband AHD neue Mitarbeiter künftig nach den für das Unternehmen deutlich günstigeren Tarifverträgen mit der Gewerkschaft DHV bezahlen. Verdi sieht darin eine „Tarifflucht“ und wirft dem Real-Management vor, das Unternehmen auf Kosten der Belegschaft sanieren zu wollen.

Für eine Verkäuferin in Bayern bedeute eine Bezahlung nach dem DHV-Tarifvertrag im Jahr rund 9500 Euro weniger Geld. Real wirft dagegen der Gewerkschaft vor, sich in den Tarifverhandlungen einer wettbewerbsfähigen Entgeltstruktur für neue Mitarbeiter verweigert zu haben.

Von RND

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