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Wirtschaft Container-Pleite trifft mehr als 50 000 Anleger
Nachrichten Wirtschaft Container-Pleite trifft mehr als 50 000 Anleger
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00:40 22.03.2018
Schiffscontainer galten viele Jahre lang als eine interessante Geldanlage.  Quelle: dpa
Grünwald/München

 In Deutschland zeichnet sich einer der größten Anlageskandale seit vielen Jahren ab. Im Zentrum steht die P&R-Gruppe in Grünwald bei München, die Standardcontainer als Geldanlage angeboten hat. Drei Gesellschaften der Gruppe haben jetzt Insolvenz angemeldet. Nach Angaben des vom Gericht eingesetzten Insolvenzverwalters Michael Jaffé sind etwa 51 000 Anleger von der Pleite betroffen. 

P&R hatte schon 1975 mit dem Geschäft begonnen. Private Anleger konnten Seefrachtcontainer kaufen und sie dann für mehrere Jahre über eine Gesellschaft der P&R-Gruppe an Transportfirmen und Leasinggesellschaften weltweit vermieten. Am Ende der Vertragslaufzeit konnten sie die Container, so wurde ihnen jedenfalls in Aussicht gestellt, wieder an P&R zurückverkaufen. Nach Unternehmensangaben betreut P&R derzeit 1,25 Millionen Container-Einheiten. Die Verkäufe allein der vergangenen zehn Jahre summieren sich demnach auf  „deutlich über 7 Milliarden Euro“. 

Dass das Unternehmen in Schwierigkeiten steckt, kündigte sich schon vor einigen Wochen an, als fällige Auszahlungen an Anleger aufgeschoben wurden. Mit dem Geschäft geht es allerdings schon mehrere Jahre bergab. Der Höhepunkt war im Jahr 2013, als P&R etwa eine Milliarde Euro Einnahmen aus dem Container-Verkauf erzielte. Schon seit  Längerem gibt es Zweifel, dass die Mieteinnahmen sowie Verkaufserlöse, die P&R selber erzielt, ausreichen, um die in Aussicht gestellten und gezahlten Renditen zu erwirtschaften. 

Insolvenzverwalter Jaffé warnt die betroffenen Anleger vor dem Versuch, Container nun auf eigene Faust zu verkaufen. „Jeder Versuch in diese Richtung würde erheblichen Schaden anrichten, der bis zum Totalverlust gehen kann, und damit den Interessen der Anleger zuwiderlaufen.“ Für ihn habe es Priorität, die „erheblichen  Mittelzuflüsse“  aus dem laufenden Geschäft für die Anleger und Gläubiger zu sichern.  Zunächst gehe es darum, sich einen Überblick über Vermögen und Schulden zu verschaffen.

MIt der Prüfung wurde der Wirtschaftsprüfer PriceWaterhouse (PwC) beauftragt. Angesichts der Größe und Komplexität des Unternehmens dürfte dies einige Zeit in Anspruch nehmen. Auch die Verwertung einer so großen Zahl von Container werde Jahre dauern, wenn man verlustreiche Notverkäufe vermeiden wolle, hieß es. Die Anleger sollten „Ruhe bewahren“. 

Von Albrecht Scheuermann

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