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Wirtschaft Bankhaus Warburg soll bei Nord/LB-Tochter einsteigen
Nachrichten Wirtschaft Bankhaus Warburg soll bei Nord/LB-Tochter einsteigen
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00:18 21.01.2018
Die Norddeutsche Landesbank will ihre Vermögensverwaltungs-Tochter mit der Warburg-Gruppe  zsuammenbringen. Quelle: Rainer-Droese
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Hannover

 Nun ist es offiziell: Die Norddeutsche Landesbank (Nord/LB) behält ihre Tochter Deutsche Hypothekenbank in Hannover. Der Verkauf ist endgültig vom Tisch. Dagegen steht eine andere, ebenfalls in Hannover beheimatete Tochter, vor tiefgreifenden Änderungen. Dem Vernehmen wird demnächst das Bankhaus M.M.Warburg & Co  in Hamburg bei der Nord/LB Asset Management einsteigen. Ein anderes hannoversches Unternehmen, das ebenfalls eine Übernahme oder Beteiligung bei der Nord/LB-Tochter angeboten hatte, blitzte ab.

„Der Vorstand hat in enger Abstimmung mit den Trägern entschieden, die Deutsche Hypothekenbank im Konzern zu behalten“, bestätigte ein Nord/LB-Sprecher am Donnerstag. Norddeutschlands größter Bankkonzern hatte mehrere Monate einen Verkauf der Tochter mit ihren mehr als 400 Beschäftigten geprüft, um damit seine Eigenkapitalquote zu erhöhen. Nun sei man aber zum Schluss gekommen, „dass die langfristigen Vorteile, die Bank zu behalten, größer sind als die kurzfristigen Vorteile durch eine Erhöhung der Kapitalquote“. 

Zu den Gerüchten über einen Verkauf der Nord/LB Asset Management an das Bankhaus Warburg wollte die Nord/LB sich nicht äußern. Nord/LB-Chef Thomas Bürkle hatte jedoch schon vor Monaten bestätigt, dass die Tochter auf dem Prüfstand steht. Dem Vernehmen soll sie nicht vollständig in fremde Hände gegeben werden, die Nord/LB will also eine Beteiligung behalten. Die Nord/LB Asset Management verwaltet nach eigenen Angaben mit ihren 110 Beschäftigten rund 16 Milliarden Euro für ihre Kunden – allesamt Großanleger wie Versicherungen, Versorgungswerke, Stiftungen oder reiche Familien.

Interesse an einer Beteiligung oder Zusammenarbeit hat auch die Bantleon AG. Die hannoversche Tochter der Bantleon Bank im schweizerischen Zug ist ebenfalls ein Vermögensverwalter mit einem Fondsvolumen von über 7 Milliarden Euro. Bantleon-Vorstand Jörg Schubert hat deswegen dem Nord/LB-Chef Thomas Bürkle einen Brief geschrieben, aber nach eigenen Angaben keine Antwort bekommen. „In der Stadt gibt es zwei Kapitalverwaltungsgesellschaften, die Nord/LB AM und uns“, sagte Schubert. „Daraus hätte man etwas Gutes für den Standort Hannover machen können.“ Die beiden Gesellschaften seien schon durch Geschäftsbeziehungen miteinander verbunden. Warum Bantleon nicht einmal Antwort vom Nord/LB-Chef bekommen habe, wisse er auch nicht.  

Auch zwischen der Nord/LB und dem Bankhaus Warburg gibt es schon lange Geschäftsbeziehungen. Außerdem ist die Hamburger Bank mit Hannover durch die Übernahme des Bankhauses Hallbaum vor  mehr als 20 Jahren verbunden. Das 1798 gegründete Institut hat heute unter den wenigen noch existierenden echten Privatbanken in Deutschland die führende Position. 

Allerdings ist der Ruf der Bank durch eine angebliche Verwicklung in die  „Cum-Ex-Geschäfte“ lädiert. Etliche in- und ausländische Banken und Investoren hatten den deutschen Fiskus viele Jahre lang um einen möglicherweise zweistelligen Milliardenbetrag geschädigt, indem sie sich einmal gezahlte Kapitalertragssteuer auf Dividenden mehrfach erstatten ließen. Deswegen laufen zahlreiche Ermittlungsverfahren. 

Zudem bemühen sich  die Finanzbehörden, das Geld wieder einzutreiben. Nach Berichten von  „Süddeutscher Zeitung", NDR und WDR hat das Bundesfinanzministerium deswegen den Hamburger Fiskus vor wenigen Wochen angewiesen, gegen Warburg vorzugehen. Damit solle verhindert werden, dass der Staatskasse wegen Verjährung bis zu 190 Millionen Euro verloren gehen. Warburg bestätigte den Eingang eines Bescheides über insgesamt 56 Millionen Euro, sie werde jedoch dagegen vorgehen. Die Bank habe in keinem Fall „weder direkt noch indirekt an einer mehrfachen Erstattung von Kapitalertragssteuern“ mitgewirkt. Bei den Vorwürfen handele es sich um eine „mediale Rufmordkampagne“. 

Von Albrecht Scheuermann

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