Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Wirtschaft Großinvestoren für faule Schiffskredite
Nachrichten Wirtschaft Großinvestoren für faule Schiffskredite
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:54 17.08.2018
Die Norddeutsche Landesbank steht vor wichtigen Weichenstellungen. Es geht um den Abbau von faulen Schiffskrediten und die Stärkung des Kapitals. Quelle: dpa
Hannover

Die Norddeutsche Landesbank (Nord/LB) kommt beim Abbau der maroden Schiffskredite offenbar einen großen Schritt voran. Dem Vernehmen stehen Verhandlungen mit Investoren vor dem Abschluss, die ein großes Kreditportfolio erwerben wollen.

Entsprechende Spekulationen wollte die Bank am Freitag nicht bestätigen. „Wir stehen ständig im Gespräch mit Investoren, die Interesse an unseren Schiffsfinanzierungen haben“, erklärte ein Sprecher. „Über Einzeltransaktionen spekulieren wir nicht.“ Nach Insiderangaben ist sich die Bank jedoch mit den Investoren schon einig. Mitarbeiter seien bereits Anfang der Woche über die Veränderungen informiert worden.

Die Bank ist seit einigen Jahren dabei, ihren riesigen Bestand an Schiffsfinanzierungen zu reduzieren, von denen ein großer Teil „leistungsgestört“ ist. Ende März belief sich das gesamte Schiffskreditportfolio auf 11,6 Milliarden Euro. Davon entfielen 7,9 Milliarden Euro auf Kredite, bei denen die Schuldner mit ihren Zins- und Tilgungsraten im Verzug sind. Da die Bank ein Pfandrecht an den Schiffen besitzt, kann sie in solchen Fällen die Schiffe übernehmen und verwerten.

Bankchef Thomas Bürkle will die faulen Schiffskredite bis Ende 2019 unter 5 Milliarden Euro drücken. Bislang ist die Bank mit dem Abbau der Schiffskredite aber schneller vorangekommen als geplant. In der Nord/LB sind nach Bankangaben insgesamt rund 200 Mitarbeiter im Bereich Schiffsfinanzierung tätig. Ein Teil von ihnen kümmert sich ausschließlich um das Verwertungsgeschäft. Wie viele Arbeitsplätze durch den nun geplanten Teilverkauf in diesem Bereich bedroht sind, wollte ein Banksprecher nicht sagen.

Als Käufer von großen Kreditpaketen kommen Finanzinvestoren in Frage, die die Chance einer gewinnbringenden Verwertung sehen. Die Nord/LB verkauft aber auch einzelne Schiffe zum Beispiel an Reeder, die ihre Flotte vergrößern wollen. Die Bank hatte bereits im Jahr 2016 ein Milliardengeschäft mit der amerikanischen Beteiligungsgesellschaft KKR verkündet. Diese wollte rund 100 Schiffskredite im Nominalwert von etwa 1,3 Milliarden Euro übernehmen. Das Geschäft kam jedoch letztlich nicht zustande.

Der Abbau der Schiffskredite hilft der Bank dabei, ihre Kapitalquoten zu verbessern, kann allerdings zunächst auch die Ertragsrechnung belasten. Die Bank verfügt derzeit zwar noch über genug Eigenkapital, muss es aber nach Ansicht ihrer Führungsspitze und ihrer Eigentümer in absehbarer Zeit erheblich aufstocken, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Angeblich geht es um eine Größenordnung von 3 bis 5 Milliarden Euro.

Über die möglichen Wege wird seit etlichen Monaten nachgedacht. Die Entscheidung liegt in erster Linie beim Land Niedersachsen, das knapp 60 Prozent der Anteile hält. Niedersachsens Finanzminister Reinhold Hilbers, zugleich Aufsichtsratschef der NordLB, hatte eine Entscheidung bis Ende des Jahres in Aussicht gestellt. Zweitgrößter Eigentümer ist der Sparkassenverband Niedersachsen mit etwa 26 Prozent.

Die Eigentümer haben auch den Einstieg privater Investoren nicht ausgeschlossen. Jetzt meldete die „Wirtschaftswoche“, dass einige chinesische Großbanken Interesse an Teilen der Nord/LB hätten.GEnannt werden die Industrial and Commercial Bank of China (ICBC) und die Bank of China. Ob es hier einen Zusammenhang mit dem Schiffskredit-Abbau gibt , blieb offen. Bislang gelten vor allem US-Finanzinvestoren wie Lonestar und Cerberus als Interessenten.

Dem Vernehmen nach gilt aber auch eine „Familienlösung“ – also die Übernahme der Nord/LB durch eine andere Landesbank – als mögliche Variante, um das Kapitalproblem zu lösen. In Frage kämen die Landesbank Hessen-Thüringen und die Landesbank Baden-Württemberg. Weder das Land Niedersachsen noch die Bank wollten sich zu den Spekulationen sich äußern.

Von Albrecht Scheuermann

Ab Montag kann Griechenland sich wieder selbst mit Kapital versorgen – doch die Zweifel am Erfolg der Rettungspakete wachsen.

17.08.2018

Seit drei Jahren erschüttert der Abgasskandal Volkswagen. Die Justiz ermittel gegen viele Mitarbeiter des Konzerns – jetzt zeichnet sich ab, dass einige mit ihrer Entlassung rechnen müssen.

17.08.2018

Keiner schreibt mehr, und wenn, dann mit Kuli? Von wegen. Der Füllfederhalter liegt voll im Trend. Die Branche boomt – nicht nur im Geschäft mit den Schülern.

17.08.2018