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Wirtschaft Bio-Bauern verdienen gut – bleiben aber die Ausnahme
Nachrichten Wirtschaft Bio-Bauern verdienen gut – bleiben aber die Ausnahme
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00:17 14.01.2018
Immer noch die Ausnahme: Schweine auf einem Biohof in der Nähe von Cloppenburg Quelle: dapd
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Hannover

 Niedersachsens Bio-Bauern verdienen deutlich mehr als ihre konventionell wirtschaftenden Kollegen. Trotzdem steigen nur wenige Betriebe auf Bio um. Denn das ist insbesondere in Niedersachsen schwer zu bewerkstelligen, wie die Landwirtschaftskammer (LWK) am Donnerstag in Hannover berichtete. „Öko-Landwirtschaft ist nur für eine überschaubare Anzahl von Betrieben eine realistische Alternative“, sagte Gerhard Schwetje, Präsident der LWK Niedersachsen. 

Den jüngsten Zahlen zufolge wird erst 3,4 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche im Bundesland nach Öko-Regeln bewirtschaftet. Das ist bundesweit der niedrigste Wert. In Baden-Württemberg sind es zum Beispiel rund zehn Prozent. Diese Schwelle werde Niedersachsen erst Mitte oder Ende des nächsten Jahrzehnts erreichen, schätzte Schwetje. „Ein Allheilmittel, um die wirtschaftliche Lage in der Landwirtschaft zu verbessern, kann der Öko-Landbau daher nicht sein.“

Über 20.000 Euro mehr

Laut einer neuen Studie der LWK haben niedersächsische Bio-Bauern zuletzt einen Gewinn von 85.000 Euro pro Jahr erwirtschaftet. Vergleichbare konventionelle Betriebe erzielten nur 61.400 Euro. Der wichtigste Grund dafür sind die speziellen staatlichen Subventionen für Bio-Bauern. Bei einem Betrieb durchschnittlicher Größe machen sie knapp 20.000 Euro aus.

Bio-Bauern verdienen meist aber auch mit ihren Erzeugnissen mehr. Die geringen Flächenerträge werden durch die hohen Verkaufserlöse mehr als kompensiert. Zum Beispiel bei Kartoffeln: Bio-Bauern ernten im Schnitt 21 Tonnen pro Hektar und verkaufen für rund 450 Euro pro Tonne. Ihre konventionellen Kollegen ernten ungefähr das Doppelte, erlösen aber nur ein Drittel des Preises.

Auch den Bio-Milchbauern geht es relativ gut: Sie erlösten im Wirtschaftsjahr 2016/2017 stets mehr als 44 Cent pro Liter, während die klassischen Landwirte im Schnitt nur 29 Cent erhielten, womit viele nicht einmal ihre Kosten decken konnten.

Abseits der Städte

„Es überrascht daher nicht, dass sich viele Landwirte damit auseinandersetzen, ihre Betriebe umzustellen“, erklärte Schwetje. Am Ende würden sich aber doch nur relativ wenige dafür entscheiden. 

Die LWK-Experten zählen viele Hindernisse auf. Zum Beispiel liegen insbesondere in Niedersachsen viele Höfe weit entfernt von großen Städten. Sie können ihre Erzeugnisse deshalb schwerlich direkt an Verbraucher vermarkten. Außerdem erhalten Schweinemäster in der Region um Vechta und Cloppenburg aufgrund der Geruchsbelästigung selten Genehmigungen für offene Ställe – Auslauf für Schweine ist jedoch eine Voraussetzung für Bio. Auch die Kosten für den Stallumbau sind hoch.

Zudem brauchen Bio-Bauern geeignete Molkereien, Mühlen und ähnliche Weiterverarbeiter. In Niedersachsen gab es lange Zeit keine große Bio-Molkerei – erst im Herbst 2017 änderte sich das, als die Ammerland-Molkerei in Oldenburg ihren Betrieb aufnahm. Nordzucker aus Braunschweig verarbeitet erst seit Kurzem wieder Bio-Rüben zu Bio-Zucker. 

Das Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen bestätigte die Erkenntnisse der LWK. Die Umstellung bedeute für einen Betrieb eine komplette Umorganisation, sagte Geschäftsführerin Carolin Grieshop. „Das ist für viele ein großes wirtschaftliches Risiko, dass sie aus guten Gründen scheuen.“ Die Betriebe müssten sich um neue Abnehmer ihrer Waren bemühen. „Wo der Ökolandbau schon stark ist und wo die Abnahmestrukturen gut sind, wächst er am schnellsten. Wo der Ökolandbau schwach ist, stagniert die Entwicklung“, sagte Grieshop.

Von Christian Wölbert und Elmar Stephan

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