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02:46 09.03.2018
Verbandspräsident Thomas Mang freut sich über die Entwicklung bei NIedersachsens Sparkassen.  Quelle: dpa
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Hannover

 Niedersachsens Sparkassen geht es wieder besser – wozu auch Gebührenerhöhungen beigetragen haben. Ihr Präsident Thomas Mang berichtete am Dienstag über steigende Gewinne, obwohl die Zinseinnahmen weiter gesunken sind. Auch die Kostensenkungen zeigen offenbar Wirkung. Die Kehrseite sind zahlreiche Filialschließungen. 

Das Jahr 2017 sei für die Sparkassen „insgesamt gut gelaufen“, sagte Mang. Vor allem das gewerbliche Kreditgeschäft habe zugelegt, aber der Präsident des Sparkassenverbandes Niedersachsen (SVN) hob auch das Wertpapiergeschäft mit den Privatkunden hervor. Den Anstieg des Nettoabsatzes von 23 Prozent bezeichnete er sogar als „spektakulär“. Beliebt waren demnach besonders Immobilien- und Aktienfonds. Dieser Erfolg half den Sparkassen, den weiteren Rückgang des Zinsüberschuss mehr als auszugleichen. Dieser war 46 Millionen geringer als im Jahr zuvor, während die Provisionseinnahmen um 69 Millionen Euro kletterten. 

Dieses Plus dürfte aber etwa zur Hälfte auf Gebührenerhöhungen zurückzuführen sein, schätzt Mang. In den vergangenen Jahren hatten zahlreiche Sparkassen – ebenso wie andere Banken – die Preise zum Beispiel für die Kontoführung angehoben, um die Einnahmeausfälle durch den Niedrigzins auszugleichen. 

Zugleich haben die Sparkassen allerdings auch an ihren Kosten gearbeitet. Man sei „schon ein bisschen stolz darauf“, dass es gelungen sei, die Kosten um 28 Millionen Euro auf 1,84 Milliarden Euro zu senken, hieß es. 

Die Kehrseite sind jedoch zahlreiche Filialschließungen, Fusionen und Personalabbau. Ende 2017 gab es in Niedersachsen noch 43 (Vorjahr: 45 Sparkassen), der Rückgang ist auf den Zusammenschluss der Sparkassen in Hildesheim, Goslar und Peine zurückzuführen. Die Zahl der Zweigstellen sank von 971 auf 900, die Zahl der Mitarbeiter von rund 21 800 auf knapp 21 000. 

 Sorgen macht dem Sparkassenverband Niedersachsen weiterhin das Vorhaben einer gemeinsamen Einlagensicherung für die Banken in der Euro-Zone. Mang wies darauf hin, dass die Banken im Süden viel mehr faule Kredite in ihren Büchern haben als in Deutschland und anderen Ländern im Norden. Zudem hätten die Kreditinstitute hierzulande für die Einlagensicherheit große Reservepolster aufgebaut. Diese wolle man nicht zur Verfügung stellen, um in anderen Ländern Banken zu stützen. Nach Ansicht des Sparkassenpräsidenten ist eine gemeinsame europäische Einlagensicherung gar nicht erforderlich. „Wir wollen auch kein Geld von anderen.“ Er habe aber „volles Vertrauen“ in die deutsche Politik. Im Koalitionsvertrag sei festgelegt, „dass Risiko und Haftung bei der europäischen Einlagensicherung nicht getrennt werden dürfen“. 

Zu Deutschlands Stärken zähle sein robustes Bankensystem. „Dies wollen wir mit allen Mitteln schützen“, betonte Mang. „Die Franzosen wollen ja auch nicht ihren Champagner und Weichkäse aufgeben.“

Privater Investor bei Nord/LB?

Niedersachsens Sparkassen wollen den Einstieg eines privaten Investors bei der Norddeutschen Landesbank (Nord/LB) nicht ausschließen. Zwar bewerte man dies  weiterhin kritisch, „aber man sollte die Frage nicht apodiktisch beantworten“, sagte Sparkassen-Präsident Thomas Mang  am Dienstag. Ein solcher Schritt sei denkbar, wenn es eine „Zielprojektion“ gebe.

Die Sparkassen sind über  ihren Verband mit 25 Prozent an der Nord/LB beteiligt – und deshalb auch von dem Hauptproblem der Bank betroffen: Diese muss mittelfristig ihre Kapital stärken. Mang hat bislang stets ausgeschlossen, dass die Sparkassen frisches Geld einbringen. Am Dienstag hieß es dazu: „Wir sagen nichts dazu, ob und wie wir weiterhin beteiligt bleiben“.

Auch das Finanzministerium in Hannover will nichts ausschließen.  Die Nord/LB und ihre Träger arbeiteten gemeinsam „an einem umfassenden Konzept zur Verbesserung der Kapitalquoten und zur zukunftssicheren Weiterentwicklung“ der Bank, hieß es gestern. „In diesen Gesprächen werden unterschiedlichste Optionen geprüft.“ Es gebe aber noch „keine Festlegungen und keine Entscheidungen“. Das Land Niedersachsen ist mit einem Anteil von 60 Prozent der Haupteigentümer. 

Nord/LB-Chef Thomas Bürkle hatte erst kürzlich betont, dass es keinen akuten Kapitalbedarf gebe. Allerdings müsse die Bank mittelfristig an ihrer Kapitalquote arbeiten, um die immer schärferen aufsichtsrechtlichen Anforderungen zu erfüllen. 

Von Albrecht Scheuermann

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