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Nach Gewinneinbruch

Versicherungskonzern Talanx überwindet Krise

Der drittgrößte deutsche Versicherungskonzern Talanx sieht sich nach einem heftigen Gewinneinbruch durch die Finanzkrise wieder im Aufwind.
Versicherungskonzern Talanx in Hannover

Versicherungskonzern Talanx in Hannover

© Martin Steiner

Das Ergebnis unter dem Strich werde 2009 mit 522 Millionen Euro voraussichtlich um rund zehn Prozent über dem Niveau von 2007 liegen, berichtete Talanx-Chef Herbert Haas am Dienstagabend in Hannover. Im vergangenen Jahr hatten unter dem Strich nur 187 Millionen Euro gestanden.

„Wir haben zwar ein Jahr verloren, aber andererseits hat die Finanzkrise gezeigt, dass der Konzern selbst schwere Stürme gut übersteht“, sagte Haas. Zum Talanx-Konzern gehören Marken wie der HDI, HDI-Gerling und Hannover Rück.

Die gebuchten Bruttoprämien wuchsen 2009 im Vergleich zum Vorjahr um 8,2 Prozent auf 20,6 Milliarden Euro. Der Zuwachs stammte vor allem aus der Rückversicherung, aus der Übernahme eines US- Lebensversicherungsportfolios. Das operative Ergebnis (EBIT) wurde mehr als verdoppelt von 618 Millionen auf knapp 1,4 Milliarden Euro.

Sorgen bereite der gesamten Branche aber das weiterhin sehr niedrige Zinsniveau, sagte Haas. Insgesamt steigerte Talanx sein Ergebnis aus Kapitalanlagen aber wieder um 65 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro. Nach hohen Abschreibungen und Wertberichtigungen, die Talanx 2008 die Bilanz verhagelt hatten, seien in diesem Jahr noch Belastungen in Höhe von etwa 300 Millionen Euro zu erwarten. Die Eigenkapitalrendite von 13,2 Prozent (nach 5,1 Prozent im Vorjahr) nannte Haas akzeptabel.

Der im September gestartete Konzernumbau gehe zügig voran, berichtete der Talanx-Chef weiter. „Ziel ist es, Stärken auszubauen und strategische Lücken zu füllen.“ Vor allem das Geschäft mit Privatkunden und das Auslandsgeschäft soll ausgebaut werden - durch Zukäufe und Weiterentwicklung bestehender Kooperationen. Insbesondere für die Industrieversicherung gebe es den „Kampfauftrag, ein global player zu werden“, sagte Haas. Im inländischen Markt seien die Wachstumschancen begrenzt.

Erhebliches Potenzial sieht Haas vor allem auf den lateinamerikanischen Märkten. In Mexiko, Chile und Brasilien ist Talanx bereits aktiv. Weiteres Wachstumspotenzial sieht Haas auch in Indien, wo Talanx bereits ein Joint Venture gegründet hat.

Zur Finanzierung der Expansion plant der Versicherungskonzern weiterhin einen Börsengang. Auf einen Zeitpunkt wollte sich Haas jedoch abermals nicht festlegen. „Wir gehen zu dem Zeitpunkt an die Börse, den wir für richtig halten“, sagte er.

lni


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