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Eisenbahngesellschaft

Metronom will neu durchstarten

Beim Metronom lief in den vergangenen Jahren einiges schief. Führungskrise, Missstimmung in der Belegschaft und dazu auch noch ein zermürbender Tarifstreit mit den Lokführern – das Bahnunternehmen war viel mit sich selbst beschäftigt, doch jetzt will es durchstarten.
Die Zahl der Fahrgäste von täglich 95 000 soll auf mehr als 100 000 steigen.

Die Zahl der Fahrgäste von täglich 95 000 soll auf mehr als 100 000 steigen.

© Herzog

Uelzen. Mittlerweile gibt es ein neues Management, und dieses will an die Erfolge des viel gelobten Metronom anknüpfen. „2012 schauen wir wieder nach vorne“, sagt der technische Geschäftsführer, Jan Görnemann, der früher bei der Deutschen Bahn gearbeitet hat. Und auch der von Siemens Enterprise Communications gekommene kaufmännische Geschäftsführer Frank Höhler will „neu durchstarten“ und „richtig Fahrt aufnehmen“.

Noch werden die Manager an der Spitze des Metronom von Wolfgang Birlin unterstützt. Der Vorstandssprecher des Mitgesellschafters Osthannoversche Eisenbahnen AG (OHE) hat die Geschäftsführung des Metronom mit­übernommen, nachdem sich die Uelzener von Carsten Hein und Henning Weize getrennt hatten. In absehbarer Zeit, so das Unternehmen, will Birlin den Posten bei Metronom wieder abgeben.

Das Führungsteam hat sich vorgenommen, dass der Metronom deutlich expandiert – durch eine Ausweitung des Vertriebs, zusätzliche Serviceangebote und dadurch, dass man bei Ausschreibungen Strecken hinzugewinnt. Zunächst einmal wollen die Geschäftsführer die Zahl der Fahrgäste von täglich 95 000 auf mehr als 100 000 steigern. Um mehr Kunden für den Metronom zu begeistern, kooperiert die Firma mit Kiosken, Reisebüros oder Tourismuszentren. Dort richtet sie Verkaufsstellen für Tagestickets – sogenannte „metronom Treffpunkte“ – ein. Außerdem will die Bahngesellschaft mehr über Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele entlang ihres Streckennetzes informieren und so weitere Fahrgäste anlocken. Ebenfalls in Arbeit ist ein Service, bei dem Kunden mit Smartphones in Echtzeit über Pünktlichkeit oder etwaige Verspätung von Zügen informiert werden sollen. Darüber hinaus bildet Metronom verstärkt Lokführer aus. Im Lauf des Jahres sollen auch 20 neue Fahrgastbetreuer und Servicemitarbeiter eingestellt werden. Derzeit beschäftigt der Metronom rund 350 Mitarbeiter.

Weitere Expansionschancen wollen die Uelzener nutzen, wenn Bahnstrecken ausgeschrieben werden. Bei den Ausschreibungen wollen sie nicht nur ihre bisherigen Strecken verteidigen, etwa zwischen Uelzen und Göttingen. Sie möchten sich auch um zusätzliche Strecken in Niedersachsen bewerben, sofern sie zu ihrem bisherigen Netz passen. Theoretisch infrage kämen dabei zum Beispiel Bahnverbindungen im Raum Braunschweig oder zwischen Hannover, Bremen und Norddeich, erklären die Geschäftsführer.

[Lars Ruzic]

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