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Prognose

Mehr Arbeitslose in Niedersachsen erwartet

Die Bundesagentur für Arbeit erwartet 2010 wegen der Wirtschaftskrise einen Anstieg der Erwerbslosenzahl in Niedersachsen um fünf bis zehn Prozent. „Der Arbeitsmarkt ist ein Spätindikator, er reagiert in der Regel ein halbes Jahr zeitversetzt auf konjunkturelle Entwicklungen“, sagte der Chef der Regionaldirektion, Klaus Stietenroth, am Dienstag in Hannover.
Für 2010 wird ein Anstieg der Arbeitslosen erwartet.

Für 2010 wird ein Anstieg der Arbeitslosen erwartet.

© AP (Archiv)

Um fünf bis zehn Prozent könnte die Zahl der Erwerbslosen 2010 nach Ansicht der Bundesagentur für Arbeit steigen. 2009 habe der niedersächsische Arbeitsmarkt mit einen Anstieg von 1,4 Prozent auf 308 524 Erwerbslose besser abgeschnitten als der westdeutsche Durchschnitt - der ein Plus von 8,2 Prozent verzeichnete. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ging in Niedersachsen sogar um 14,7 Prozent auf durchschnittlich 78 504 zurück. Im Bundesgebiet-West lag der Rückgang bei 11,1 Prozent.

„Angesichts der Wirtschafts- und Finanzkrise erwies sich der hiesige Arbeitsmarkt als erfreulich robust“, sagte Stietenroth. Ein Grund dafür sei das große Ausmaß der Kurzarbeit, die mehrere 10 000 potenzielle Erwerbslose vermieden habe. „Es ist uns gelungen, durch intensive Beratung die Kurzarbeit bei den Arbeitgebern als intelligentes Arbeitsmarktinstrument zur Überbrückung von Auftragseinbrüchen zu platzieren.“

Jetzt komme es vor allem darauf an, wie sich die exportabhängigen Industriezweige entwickeln. Es sei aber zu befürchten, dass Betriebe, die nach einer längeren Phase der Kurzarbeit keine nennenswerten Auftragseingänge verzeichneten, sich irgendwann gezwungen sähen, Beschäftigte zu entlassen. Die Zahl derjenigen, die schon gekündigt, aber noch nicht arbeitslos seien, liege derzeit um rund neun Prozent über dem Vorjahr. Ein positives Zeichen sei dagegen, dass es erste Signale dafür gebe, dass Zeitarbeitsfirmen wieder mehr Aufträge bekämen.

Stietenroth mahnte zugleich eine zügige Umsetzung der vom Bundesverfassungsgericht geforderten Neuorganisation der Jobcenter aus Arbeitsagenturen und Sozialämtern an. Grundsätzlich habe sich die Kooperation von Kommunen und Arbeitsverwaltung bei der Hilfe für Hartz IV-Empfänger aus seiner Sicht aber bewährt und sollte fortgesetzt werden, sagte Stietenroth.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) drängte angesichts des erwarteten Anstiegs der Erwerbslosenzahl darauf, verstärkt auf Qualifizierung zu setzen. Er forderte die niedersächsische Landesregierung zudem auf, sich auf Bundesebene für ein krisenbedingtes Überbrückungsgeld von einem Jahr im Anschluss an das Arbeitslosengeld einzusetzen. Dies solle verhindern, dass Arbeitslose in der Krise schon nach einem Jahr in Hartz IV abrutschen. Die Hartz-Gesetze müssten zudem entscheidend verändert werden, damit Arbeitslose vor dem sozialen Absturz bewahrt würden.

lni


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