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Europaweite Aktion

Landwirte protestieren in Hannover gegen schlechte Milchpreise

Milchbauern aus mehreren Bundesländern haben am Mittwoch vor dem niedersächsischen Landwirtschaftsministerium in Hannover für eine flexible Milchmengenregulierung demonstriert.
milchbauern protestieren in hannover
© Nigel Treblin/ddp

„Wir stehen mit dem Rücken an der Wand“, sagte der Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM), Romuald Schaber, auf der Kundgebung. Er fügte hinzu, die Bauern bekämen derzeit 20 Cent pro Liter Milch, brauchten aber 40 Cent. Landwirtschaftsminister Hans-Heinrich Ehlen (CDU) sicherte den Bauern Unterstützung zu. Er verwies aber darauf, dass die Entscheidung zum Ausstieg aus der Milchquotenregelung im Jahr 2015 mehrheitlich auf EU-Ebene gefallen sei.

Schaber kritisierte, dass derzeit bereits die Hälfte aller Landwirtschaftsbetriebe in Deutschland in ihrer Existenz gefährdet seien. Von Ehlen forderte er, sich für „vernünftige Mehrheiten“ auf europäischer Ebene einzusetzen. Zugleich sprach Schaber von einem „historischen Tag“ für die Milchviehhalter, da sich europaweit laut BDM bis zu 40.000 Milchbauern in 14 Ländern an Protestaktionen beteiligten. In Hannover kamen laut Veranstalter rund 3000 Menschen, teilweise auch mit Treckern zum Protestmarsch und der anschließenden Kundgebung. Die Polizei sprach von rund 1500 Teilnehmern. Bei einer weiteren Demonstration in Stuttgart fanden sich laut BDM rund 10.000 Menschen ein.

Der BDM übergab an Ehlen fünf Milchkühe, um symbolisch zu zeigen, dass die Milchviehhalter ihre Tiere bei den derzeitigen Preisen selbst nicht mehr versorgen können. Da er als Minister keine Geschenke über einem Wert von zehn Euro annehmen dürfe, kündigte Ehlen an, dass die Tiere verkauft würden. Der Erlös solle den Tafeln in Hannover zugute kommen, damit sie gute Milchprodukte kaufen könnten.

Als ehemaliger Milchviehhalter erklärte Ehlen, dass er „voll auf der Seite der Bauern“ stehe, die „im Moment einen Preis bekommen, von dem keine Familie leben kann“. Der Minister fügte hinzu, dass er „für unsere niedersächsischen Bauern mit unserem Haus und Freunden aus anderen Bundesländern streiten und kämpfen“ werde. Bei seiner Rede wurde er durch Buhrufe und Pfiffe unterbrochen. Nachdem es anschließend im Gespräch mit einzelnen Bauern beinahe zu Handgreiflichkeiten kam, verließ Ehlen die Kundgebung.

ddp


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