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Landesbank

Kapitalstärkung der Nord/LB rückt näher

Die Norddeutsche Landesbank (Nord/LB) ist auf ihrem Weg zur Kapitalstärkung einen großen Schritt weiter. Die Europäische Kommission hat die Kapitalerhöhung um fast 1,7 Milliarden Euro gebilligt.
Die Nord/LB darf ihr Kapital aufstocken.

Die Nord/LB darf ihr Kapital aufstocken.

© dpa

Hannover. Die Erhöhung kann damit nach Angaben der Bank zügig in Kraft treten, da alle notwendigen Beschlüsse des Geldinstituts und seiner Träger bereits gefasst wurden.

Die Eigentümer der Landesbank hatten die Kapitalaufstockung bereits im Frühjahr in Gang gesetzt. Damit konnte die Nord/LB den Stresstest bestehen, den die europäische Bankenaufsicht im Sommer unter den größten Geldinstituten Europas durchführte. Zwar waren die  Kapitalmaßnahmen damals noch nicht vollzogen – doch für das Bestehen des Tests reichte es aus, dass die notwendigen Schritte unwiderruflich beschlossen waren. 

Bis in den Herbst hinein wurde noch an den Einzelheiten der Kapitalstärkung gearbeitet, die dann auch noch der Europäischen Kommission vorgelegt werden musste. Diese untersucht solche Vorgänge darauf hin, ob möglicherweise staatliche Beihilfen im Spiel sind – was dann zu einer Untersagung führen könnte. Die Prüfung hat nun stattgefunden. Die Brüsseler Wettbewerbshüter hatten keine Einwände.

Die Kapitalerhöhung um genau 1,667 Milliarden Euro setzt sich aus mehreren Bestandteilen zusammen, wobei das Land Niedersachsen den größten Teil übernimmt. Etwa zwei Drittel entfallen auf eine Umwandlung stiller Einlagen des Landes in Stammkapital. Bisher galten auch stille Einlagen als voll gültiges hartes Eigenkapital, künftig ist dies jedoch nicht mehr der Fall.

Weitere 500 Millionen Euro stellt Niedersachsen in Form einer Barkapitalerhöhung bereit. Dieses Geld muss also wirklich eingezahlt werden. Rund 100 Millionen Euro kommen von den Sparkassenverbänden von Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern.
Durch die Kapitalmaßnahmen ändern sich die Beteiligungsverhältnisse. Der Anteil des Landes Niedersachsen an der Bank klettert auf 56,03 (bislang: 41,75) Prozent. Sachsen-Anhalt hält noch 6 (8,25) Prozent. Niedersachsens Sparkassen kommen künftig auf 28,36 (37,25) Prozent, die Sparkassen von Sachsen-Anhalt auf 5,68 (7,53) Prozent und die Sparkassen von Mecklenburg-Vorpommern auf 3,94 (5,22) Prozent.

Das Thema Kapitalstärkung ist damit für die Nord/LB aber noch nicht erledigt. Die europäischen Großbanken müssen bis Mitte 2012 ihre sogenannte harte Kernkapitalquote auf 9 Prozent aufstocken – statt der schon deutlich verschärften Quote von 7 Prozent, die gemäß der internationalen Vereinbarung „Basel III“ erst in einigen Jahren gelten soll.

„Wie angekündigt wird mit diesen Kapitalmaßnahmen bereits der größte Teil des Kapitalisierungsaufwands abgearbeitet, mit dem wir die vom EU-Gipfel im Oktober beschlossene harte Kernkapitalquote von mindestens 9 Prozent erreichen werden“, erklärte dazu Nord/LB-Chef Gunter Dunkel. Die Bank muss nun ihr hartes Kernkapital um weitere 800 Millionen Euro erhöhen. Dies soll ebenfalls durch Umwandlung stiller Einlagen geschehen. Außerdem will das Institut den Jahresgewinn 2011 dafür verwenden.

dpa


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