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Halbjahresbilanz

Hannover Rück macht Gewinnsprung

Die Hannover Rückversicherung ist mit der Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr 2009 „sehr zufrieden“. Nachdem das Unternehmen vergangenes Jahr in erster Linie wegen des Börsenabsturzes in die roten Zahlen gerutscht war, schreibt es jetzt wieder Gewinn – und das nicht zu knapp, wie dem Zwischenbericht vom Donnerstag zu entnehmen ist.
Konzernzentrale des Versicherungsunternehmens Hannover Rück

Konzernzentrale des Versicherungsunternehmens Hannover Rück

© Jochen Lübke/lni

Das operative Ergebnis übertraf den entsprechenden Vorjahreswert mit 600 Millionen Euro um 50 Prozent, der Konzerngewinn war mit 419 Milllionen Euro sogar um gut 66 Prozent höher als im ersten Halbjahr 2008. Der Gewinn je Aktie erreichte 3,47 Euro, die aufs Jahr hochgerechnete Eigenkapitalrendite nach Steuern wird mit 27,9 Prozent angegeben.

„Sowohl in der Versicherungstechnik als auch bei den Kapitalanlagen konnten wir erfreuliche Ergebnisse erzielen, sodass wir gut im Plan liegen, um die prognostizierte Eigenkapitalrendite von mindestens 18 Prozent für das Gesamtjahr 2009 zu erreichen“, kommentierte der neue Vorstandschef Ulrich Wallin das Ergebnis.

Die Bruttoprämieneinnahmen gingen um fast 27 Prozent nach oben, sie beliefen sich im ersten Halbjahr auf 5,3 Milliarden Euro. Der viertgrößte Rückversicherer der Welt, an dem der hannoversche Talanx-Konzern mit etwas über 50 Prozent die Mehrheit hält, kam in allen Geschäftssegmenten voran. Als „sehr zufriedenstellend“ wird die Entwicklung in der Schaden-Rückversicherung bezeichnet. Darunter ist das Geschäft mit Schaden- und Unfallversicherern zu verstehen, die einen Teil ihrer Risiken – und damit auch ihrer Prämien – an die Rückversicherung weiterreichen.

Hier kletterten die Prämieneinnahmen um 16 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro und der operative Gewinn um 10 Prozent auf 317 Millionen Euro. Als größter Einzelschaden des ersten Halbjahrs wird der Absturz der Air-France-Maschine am 1. Juni über dem Atlantik vor der brasilianischen Küste mit 228 Toten genannt, er kostete die Hannover Rück rund 30 Millionen Euro.

„Außerordentlich zufriedenstellend“ verliefen die Geschäfte in der Personen-Rückversicherung, deren Kunden in erster Linie Lebens- und Krankenversicherer sind. In dieser Sparte schossen die Prämieneinnahmen um 46 Prozent in die Höhe und erreichten 2,2 Milliarden Euro, was indessen zum Teil mit der Übernahme der Lebensrückversicherungsaktivitäten vom holländischen Finanzkonzern ING zu erklären ist. Das operative Ergebnis fiel hier mit 266 Millionen Euro dreimal so hoch aus wie vor einem Jahr.

In der Kapitalanlage profitierte der Rückversicherer von einem geringeren Abschreibungsbedarf und Wertzuwächsen im Portefeuille, das Ergebnis stieg um 28 Prozent auf 569 Millionen Euro.

Auch für das Gesamtjahr ist die Hannover Rück optimistisch. Sie rechnet mit einem Prämienanstieg von 25 Prozent und einem „guten“ Ergebnis, sofern es nicht noch zu übermäßigen Groß- und Katastrophenschäden kommt. Der Jahresgewinn soll wenigstens 600 Millionen Euro erreichen. Den Aktionären wird eine Dividende von mindestens 1,75 Euro je Aktie in Aussicht gestellt.

[Albrecht Scheuermann]

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