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„Ich konnte es zuerst nicht fassen“

Freude in Hannover über Rettung von Karstadt

Nach monatelangem Ringen mit den Karstadt-Vermietern kann Investor Berggruen den Warenhauskonzern übernehmen. Die Mitarbeiter in Hannover können nach 15 Monaten des Bangens und Hoffens um ihre Zukunft einem neuen Anfang bei Karstadt entgegensehen.
Gerettet: Julia Pranajtis freut sich in Hannover über das gute Ende für ihren Arbeitgeber.

Gerettet: Julia Pranajtis freut sich in Hannover über das gute Ende für ihren Arbeitgeber.

© Rainer Surrey

Es ist gegen 13 Uhr, als die „Erfolgsmelodie“ durch das Karstadt-Haus in Hannovers Georgstraße schallt – und die Mitarbeiter ein wenig verwirrt. Immer, wenn die Tagesumsätze eine bestimmte Höhe erreicht haben, erklingt der Abba-Hit „The Winner takes it all“, doch dafür ist es am Freitag um diese Zeit noch entschieden zu früh. „Ich habe mich zuerst gewundert“, sagt Mitarbeiterin Tatjana Rast. Doch dann dämmert es ihr langsam: Der Song ist dieses Mal ein Signal, dass es nun endgültig geschafft ist. Das Essener Amtsgericht hat dem Insolvenzplan zugestimmt, jetzt können die Mitarbeiter nach 15 Monaten des Bangens und Hoffens um ihre Zukunft einem neuen Anfang bei Karstadt entgegensehen.

Als sich die gute Nachricht nach und nach herumspricht, gibt es Umarmungen, verhaltenen Jubel – schließlich hat man die Kunden zu bedienen – und hier und dort auch Freudentränen. „Nach der langen Nervenprobe konnte ich es zuerst nicht wirklich fassen“, sagt Christa Schunke, die seit 36 Jahren bei Karstadt in Hannover arbeitet. Nun sind ihr die große Erleichterung und Freude ebenso deutlich anzumerken wie Stefan Deike aus der Herrenabteilung, seit 31 Jahren im Unternehmen, oder der Auszubildenden Julia Pranajtis aus der Damenmode. „Kurz, nachdem ich meinen Vertrag unterschrieben hatte, ging es los mit der Krise“, sagt sie. „Um so glücklicher bin ich jetzt, dass es weitergeht.“

Strahlende Gesichter zeigen auch Hannovers Karstadt-Geschäftsführer Peter Krause und Betriebsratschef Rolf Stenzel, denen der Stress der vergangenen Tage noch anzusehen ist. „Es ist kaum zu glauben, dass wir den Kollegen endlich mal gute Neuigkeiten verkünden können“, meint Stenzel, während er einen Strauß rosafarbener Rosen entgegennimmt: Kollege Werner Preissner vom Kaufhof an der Marktkirche ist herübergekommen, um spontan zu gratulieren. „Ich fühle mich jetzt wie ein Leichtathlet, der endlich durchs Ziel ist“, sagt Krause, der alle Mitarbeiter – auch die des Karstadt-Sporthauses – am Freitagabend kurzentschlossen zu einer Party im Warenhaus mit Sekt und Würstchen eingeladen hat. „Wir wollen Danke dafür sagen, dass alle so tapfer durchgehalten haben.“ Das soll auch bundesweit geschehen: Nächste Woche startet die Aktion „Dankeschön, Deutschland“ mit Programm in den Häuser und Angeboten, die man in der Karstadt-Zentrale für den Fall eines positiven Ausgangs des Kaufhaus-Pokers vorbereitet hatte.

[Stefanie Kaune]

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    Mal abwarten wie sich Karstadt in Zunkunft entwickelt.

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