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Nach Kapitalerhöhung

Börsianer stürzen sich auf Conti

Mit seiner milliardenschweren Kapitalerhöhung hat sich der Continental-Konzern für zwei Jahre Luft verschafft und damit die Anleger verzückt. Die Aktien der im M-Dax notierten Tochter des Familienunternehmens Schaeffler schlossen gut 13 Prozent im Plus bei 46 Euro.
Maria-Elisabeth Schaeffler hat ihre Position abgesichert.

Maria-Elisabeth Schaeffler hat ihre Position abgesichert.

© Rainer Dröse (Archiv)

Am Mittwochabend hatten Vorstand und Aufsichtsrat des Continental-Konzerns formell den Weg frei gemacht für die Ausgabe von 31 Millionen neuen Aktien, deren Löwenanteil wenige Großbanken zum Preis von 35 Euro übernahmen und umgehend an diverse institutionelle Investoren, darunter auch Hedgefonds, weitergaben.

Genau 1,085 Milliarden Euro hat der Konzern durch die Ausgabe neuer Aktien eingespielt. Das Geld soll zur Teilauszahlung eines im Sommer fälligen Kredits in Höhe von 3,5 Milliarden Euro genutzt werden. Die Restschuld verschieben die Banken auf Mitte 2012, wenn weitere Kredite fällig werden: Insgesamt werden es dann nicht weniger als 7,5 Milliarden Euro sein. Dem Vernehmen nach planen die Hannoveraner für einen Teil der Summe eine Hochzinsanleihe. Man werde sich nun daran machen, „mit den passenden Instrumenten der Finanzmärkte die Laufzeiten zu optimieren“, umschrieb es Conti-Chef Elmar Degenhart.

Maria-Elisabeth Schaeffler begrüßte die „schnelle und erfolgreiche Umsetzung der Kapitalerhöhung, die die Interessen aller Beteiligten gleichermaßen berücksichtigt“. Tatsächlich können nicht nur Banken, Börse und Conti zufrieden sein, sondern vor allem die Firmenmatriarchin selbst. Die nun gefundene Lösung, die sie selbst zwischen Weihnachten und Neujahr mit dem Deutschlandchef von Goldman Sachs, Alexander Dibelius, in Kitzbühel ausgehandelt haben soll, sorgt dafür, dass der Schaeffler-Anteil an Conti nur auf 75,1 Prozent schrumpft – genug, um die Hannoveraner langfristig zum Befehlsempfänger machen und in die Kasse der wesentlich größeren Tochter greifen zu können.

Schaeffler selbst ist viel zu verschuldet, um sich an der Kapitalerhöhung beteiligen zu können. Der Auto- und Industriezulieferer hatte vor einem Jahr 90 Prozent der Conti-Aktien für 75 Euro das Stück übernehmen müssen und schiebt inzwischen einen Schuldenberg von 12 Milliarden Euro vor sich her.

Allen anderen Conti-Aktionären steht es offen, sich an der Kapitalerhöhung „ihres“ Unternehmens zu beteiligen. Voraussichtlich von Dienstag an und bis zum 25. Januar können sie für je elf alte Aktien zwei neue bekommen. Lieferung und Abrechnung sind für das Monatsende vorgesehen. Die Aktien sind für 2009 voll dividendenberechtigt – worauf man angesichts des von vielen Auguren erwarteten Milliardenverlusts allerdings nicht bauen sollte.

[Lars Ruzic]

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