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Wirtschaft Wie hart trifft der Brexit Niedersachsen?
Nachrichten Wirtschaft Wie hart trifft der Brexit Niedersachsen?
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21:11 30.11.2017
Neufahrzeuge von Volkswagen Nutzfahrzeuge auf einem Parkplatz in Lehrte Quelle: dpa
Hannover

 Niedersachsen könnte vom Brexit hart getroffen werden, warnen Wirtschaftsexperten. „Das Vereinigte Königreich ist das zweitwichtigste Exportland Niedersachsens“, betonte Volker Müller, Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände Niedersachsen (UVN), am Donnerstag auf einer Podiumsdiskussion der UVN in Hannover. Im Vergleich zu anderen Bundesländern sei die Verflechtung enger.

Der Europa-Abgeordnete und ehemalige niedersächsische Ministerpräsident David McAllister (CDU) schätzte die Wahrscheinlichkeit, dass die Briten doch noch in der EU bleiben, auf unter 10 Prozent. Es gehe eher um die Frage, ob das Land zumindest Teil des Binnenmarkts und der Zollunion bleibe oder sich wirtschaftlich stärker abschotte. Er habe jedoch - auch nach vielen Gesprächen mit britischen Politikern - den Eindruck, dass die Regierung in London selbst immer noch nicht wisse, was sie eigentlich will.

Bauern könnte es doppelt treffen

Wirtschaftsvertreter Müller betonte, dass die Briten aus Eigeninteresse eigentlich keine Handelsbeschränkungen einführen dürften. Er verwies auf Studien, denen zufolge ein „harter“ Brexit die britische Wirtschaft viel stärker zurückwerfen wird als die deutsche oder französische. 

Ähnlich argumentierte Susanne Leifheit, Leiterin der Außenbeziehungen von Volkswagen Nutzfahrzeuge (VWN). Großbritannien sei für VWN mit einem Anteil von 10 Prozent ein wichtiger Exportmarkt. Dort würden aber auch kaum Nutzfahrzeuge hergestellt, das Land sei also von Importen abhängig und würde sich mit Zöllen schaden. „Die britische Regierung muss Rücksicht nehmen auf ihre Gewerbetreibenden“, sagte sie.

Die niedersächsischen Bauern könnten doppelt getroffen werden, warnte Helmut Brachtendorf, Hauptgeschäftsführer des niedersächsischen Landvolks. Erstens werde voraussichtlich der EU-Agrarhaushalt schrumpfen, zweitens könnten Exporte in das Land erschwert werden.

IHK zeigt sich optimistischer

Vergleichsweise optimistisch blickt die IHK Niedersachsen auf das Thema. Großbritannien werde auch nach dem Brexit unter den fünf wichtigsten Exportmärkten des Bundeslands bleiben, sagte Außenhandelsexperte Tilman Brunner im Gespräch mit der HAZ. „Auch wenn das Land dann nicht mehr Teil des Binnenmarkts sein wird, so bleibt es doch eine sehr nahe gelegene, große Volkswirtschaft mit einer hohen Nachfrage.“ Falls Transaktionskosten durch Grenzkontrollen und Zölle steigen, führe das nicht automatisch zu einem geringeren Handel.

Großbritannien ist für die niedersächsische Wirtschaft das zweitwichtigste Exportland sowie der drittwichtigste Handelspartner, wenn man Exporte und Importe zusammenzählt (nach den Niederlanden und China). In der Statistik für die komplette Bundesrepublik liegt Großbritannien nur auf Rang 5 der Partner.

Großbritannien ist für niedersächsische Firmen in erster Linie ein Absatzmarkt: 2016 belief sich der Wert der Exporte auf 6,4 Milliarden Euro; importiert wurde nur im Wert von 3,7 Milliarden Euro. Die wichtigsten Exportgüter waren Fahrzeuge und Fahrzeugteile (3 Milliarden Euro) sowie Nahrungs- und Futtermittel (670 Millionen Euro). Importiert wurden vor allem Öl und Gas (1 Milliarde Euro), Fahrzeuge und Fahrzeugteile (660 Millionen Euro) sowie Chemische Erzeugnisse (500 Millionen Euro).

Von Christian Wölbert

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