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Wirtschaft Mieterbund fordert Begrenzung von Modernisierungszuschlägen
Nachrichten Wirtschaft Mieterbund fordert Begrenzung von Modernisierungszuschlägen
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00:28 07.05.2018
Wärmedämmplatten werden bei Sanierungsarbeiten an einem Wohnhaus befestigt.  Quelle: dpa
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Berlin/Hannover

 Große Vermieter in Deutschland verdienen sich mit Modernisierungsumlagen aus Sicht des Deutschen Mieterbunds eine goldene Nase. Für viele Mieter seien die Mieterhöhungen nicht tragbar, sie würden aus ihren Wohnungen verdrängt oder abhängig von Sozialleistungen, kritisierte der Verband am Freitag anhand von Beispielen aus Häusern des größten deutschen Vermieters, Vonovia. In Hannover verfügt der Bochumer Konzern über rund 8000 Wohnungen. 

„Vonovia verdient gut an der Modernisierung“, sagte Mieterbund-Geschäftsführer Ulrich Ropertz. In der Regel steige die Miete drei Mal so stark wie im Gegenzug die Energiekosten für die Mieter sänken. Bei Vonovia spiegele sich ein branchenweites Problem. „Der Gesetzgeber ist hier gefragt: Er muss die Mieterhöhungsspielräume aufgrund von Modernisierungsmaßnahmen drastisch einschränken“, sagte Ropertz.

Im Regelfall geht es bei wohnwertsteigernden Maßnahmen um die Erneuerung von Elektrosteigeleitungen im Treppenhaus, neue Wohnungseingangstüren mit besseren Schall-, Wärme-, Brand- und Einbruchsschutz, den Anbau eines Balkons oder den Einbau eines Aufzugs, immer dann, wenn das Dachgeschoss zusätzlich ausgebaut und so neue Wohnungen geschaffen wurden.

Vermieter können Modernisierungskosten mit 11 Prozent auf die Monatsmiete umlegen – unabhängig von der Gesamthöhe der Kosten. Union und SPD haben vereinbart, die Umlage auf 8 Prozent zu senken und den Mietaufschlag auf 3 Euro je Quadratmeter zu begrenzen. Das reicht dem Mieterbund jedoch nicht – er fordert ein Limit von 1,50 Euro. Mieter, Vermieter und öffentliche Hand sollten sich die Kosten von Energieeffizienz und Klimaschutz teilen.

Bei Vonovia ergäben sich durch die Umlage der Modernisierungskosten Mietsteigerungen von bis zu 80 Prozent, hieß es. Der Konzern prognostiziere die Heizkostenersparnis mit zwischen 50 und 60 Prozent der bisherigen Heizkosten, das entspreche zwischen 0,29 und 0,45 Euro pro Quadratmeter und Monat. Dem stehen laut Mieterbund jedoch voraussichtliche Mieterhöhungen zwischen 4,88 und 2,16 Euro pro Quadratmeter gegenüber.

Vonovia wies die Vorwürfe zurück. „Unsere durchschnittliche Modernisierungsumlage bewegt sich zwischen 1,60 bis 1,70 Euro pro Quadratmeter“, teilte der Konzern mit. „Das ist für uns sozial verträglich.“ Man modernisiere jährlich jede zwanzigste der 350.000 Wohnungen. Vonovia werde sich bemühen, Mieter vorab künftig verständlicher informieren, sagte Vorstandsmitglied Klaus Freiberg. Man suche auch Lösungen, um Härtefälle besser zu erkennen. Im Durchschnitt aller Wohnungen seien die Mieten bei Vonovia 2017 aber lediglich um 2 bis 2,6 Prozent durch Modernisierung und um 1,6 Prozent nach dem Mietspiegel gestiegen.

Im vergangenen Jahr hat der Konzern nach eigenen Angaben rund 780 Millionen Euro für Modernisierung, Neubau und Quartiersentwicklung ausgegeben. Davon entfielen 500 Millionen Euro auf Modernisierung, wovon in der Regel etwas mehr als die Hälfte angerechnet werde. Für die Instandhaltung gebe man zusätzlich rund 350 Millionen Euro im Jahr aus, hieß es.

Von Burkhard Fraune und Jens Heitmann

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