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Wirtschaft Mieten in Deutschland steigen deutlich schneller als Löhne
Nachrichten Wirtschaft Mieten in Deutschland steigen deutlich schneller als Löhne
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11:13 17.03.2019
Blick auf die sanierten Fassaden von Wohnhäusern in Berlin. Quelle: Jens Kalaene/ZB/dpa
Berlin

Die Mieten bei neuen Mietverträgen steigen wesentlich schneller als die Löhne. Im Jahr 2017 nahmen die Nominaleinkommen im Vergleich zum Vorjahr bundesweit um 2,5 Prozent zu, wie aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion hervorgeht, die dem Evangelischen Pressedienst (epd) vorliegt. Die Mieten bei Erst- und Wiedervermietung verteuerten sich im gleichen Zeitraum um 4,5 Prozent. Zuerst hatte die „Welt am Sonntag“ über die Zahlen berichtet.

Im Jahr 2018 setzte sich die Entwicklung fort. Im ersten Quartal stieg der Nominallohnindex um 2,7 Prozent im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahres, während die Neuvertragsmieten durchschnittlich um 5,5 Prozent zulegten. Im zweiten Quartal betrug das Verhältnis 2,5 Prozent zu 5,3 Prozent, im dritten Quartal 3,6 Prozent zu 5,1 Prozent. Lohndaten für das vierte Quartal liegen noch nicht vor.

„Die Mieten in Deutschland sind den Löhnen längst davongelaufen“, sagte Chris Kühn, Sprecher für Bau- und Wohnungspolitik der Grünen-Bundestagsfraktion. Die soziale Schere gehe beim Wohnen immer weiter auseinander. „Unsinnige Maßnahmen wie das Baukindergeld werden das Problem nicht lösen“, betonte Kühn.

Der Grünen-Abgeordnete forderte „eine Mietpreisbremse, die funktioniert“. Außerdem müsse das Instrument, das die Länder per Verordnung einsetzen können, auf mindestens zehn Jahre verlängert werden. Sonst drohe in einigen Bundesländern, in denen die Mietpreisbremse bereits 2020 wieder ausläuft, ein noch viel heftigerer Mietenanstieg.

Von RND/epd