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Kreuzfahrt-Boom lastet Meyer-Werft aus

Neuer Auftrag Kreuzfahrt-Boom lastet Meyer-Werft aus

Der US-Konzern Carnival hat ein weiteres Kreuzfahrtschiff mit umweltfreundlichem Gasantrieb bei der niedersächsischen Werft bestellt. Deren Auftragsbuch ist nun so voll wie nie.

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So soll das nun bei der Meyer Werft bestellte Schiff aussehen – einen Namen hat es noch nicht.

Quelle: Meyer Werft

Hannover.  Das Auftragsbuch der Meyer-Werft im niedersächsischen Papenburg ist so voll wie noch nie. Am Freitag verkündete die Werft die jüngste Bestellung: Sie wird ein weiteres Kreuzfahrtschiff mit umweltfreundlichem Gasantrieb für den US-Konzern Carnival Corporation bauen. „Dieser neue Auftrag bietet uns die Möglichkeit, uns langfristig aufzustellen“, sagte Tim Meyer, Geschäftsführer des Familienunternehmens.

Das Auftragsbuch reicht nun bis ins Jahr 2023. „Eine solch langfristige Perspektive ist im stark umkämpften Schiffbaumarkt nicht selbstverständlich“, betonte die Werft. In Papenburg entstehen in den nächsten Jahren 13 Kreuzfahrtschiffe. Zusätzlich baut das Unternehmen in Turku (Finnland) acht Kreuzfahrtschiffe sowie in Rostock sechs Flusskreuzfahrtschiffe und eine Fähre.

Dadurch entstehen auch neue Jobs. Die Zahl von aktuell 3400 Mitarbeitern werde sich in den nächsten Jahren „etwas nach oben entwickeln“, sagte ein Sprecher. „Wir suchen stetig Ingenieure und IT-Spezialisten.“ Aber auch andere Fachkräfte, zum Beispiel Schlosser, seien gefragt. Bei der Werft arbeiten zusätzlich Tausende Leiharbeiter.

Die Werft konzentriert sich auf den Kreuzfahrtmarkt. Die Nachfrage wächst dort so schnell, dass die Werften kaum hinterherkommen. 2009 gab es laut dem Reedereiverband CLIA weltweit 18 Millionen Kreuzfahrtpassagiere, 2018 sollen es 27 Millionen sein. Die Zahl der Schiffe lag 2017 bei 449. Allein 2018 kommen 27 hinzu.

Zurzeit bauen ausschließlich Werften in Deutschland, Frankreich und Italien Kreuzfahrtschiffe. Die Meyer-Werft fürchtet langfristig jedoch Konkurrenz aus Fernost. Die italienische Werft Fincantieri hat ein Gemeinschaftsunternehmen mit der chinesischen Werft CSSC gegründet. Dieses soll bis 2023 zwei Kreuzfahrtschiffe in China bauen. „Das sehen wir höchst kritisch“, sagte ein Sprecher der Meyer-Werft. Wenn chinesische Firmen erst einmal Fuß fassten, könnten die Europäer langfristig kaum mithalten.

Lob für Gasantrieb

Die Umweltorganisation Nabu lobte die US-Reederei Carnival dafür, dass das nun bei der Meyer-Werft bestellte Schiff einen Gasantrieb erhält. „Es scheint sich bei den Kreuzfahrtreedereien mehr und mehr die Erkenntnis durchzusetzen, dass ein ungebremstes Wachstum der Branche gesellschaftlich nur dann akzeptiert wird, wenn die Schiffe nicht weiter mit giftigem Schweröl und ohne jegliche Abgastechnik betrieben werden“, sagte ein Sprecher. 

Der Nabu kritisiert die Branche seit Jahren dafür, dass die Schiffe gesundheitsschädliche Abgase ausstoßen. Anfang 2019 will die Meyer-Werft das weltweit erste Kreuzfahrtschiff mit Gasantrieb ausliefern, die „Aida Nova“. Bei der Verbrennung des Flüssiggases LNG entstehen erheblich weniger Schadstoffe.

Von Christian Wölbert

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