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Nachrichten Wirtschaft Küstenländer fordern Ausbau der Windkraftanlagen
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00:17 14.09.2017
Von Jens Heitmann
Rund 1000 Windkraftanlagen gibt es bisher in Nord- und Ostsee – die norddeutschen Bundesländer wollen, dass es künftig viel mehr sind. Quelle: Ingo Wagner
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Hannover

Die im Jahr 2014 beschlossene Begrenzung der Offshore-Energieleistung auf 15 Gigawatt müsse um mindestens ein Drittel angehoben werden, heißt es im „Cuxhavener Appell 2.0“, den Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern am Montag unterzeichnet haben. „Ohne die Nutzung der riesigen Potenziale in Nord- und Ostsee kann die Energiewende in Deutschland nicht gelingen“, sagte Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD). „Die Bundesregierung muss jetzt handeln und die Rahmenbedingungen für einen zügigen Ausbau verbessern.“

Subventionen sinken

Mit ihrer Forderung reagieren die Nordländer auf die sinkenden Kosten für die Stromproduktion auf hoher See. Vor drei Jahren hatte die Bundesregierung das ursprüngliche Ausbauziel von 25 Gigawatt bis 2030 auf 15 Gigawatt heruntergeschraubt, weil die Anlagen seinerzeit vergleichsweise teuer waren und man eine deutliche Anhebung der von den Verbrauchern zu zahlenden EEG-Umlage befürchtete. Bei einer Ausschreibung für Offshore-Parks im Frühjahr hat sich jedoch gezeigt, dass sich die Kosten deutlich verringern.

Die Bundesnetzagentur hatte im April für vier Windparks mit einer Gesamtkapazität von knapp 1500 Megawatt den Zuschlag erteilt, die im Durchschnitt noch eine Förderung von 0,44 Cent je Kilowattstunde nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) erhalten werden. Zwei Parks kommen sogar ohne Subventionen aus. Zum Vergleich: Die aktuelle Förderung für Offshore-Strom liegt bei rund 14 Cent je Kilowattstunde - allerdings läuft diese nur über acht Jahre, während die neuen Projekte über 20 Jahre gefördert werden.

Aktuell stehen in Nord- und Ostsee rund 1000 Windkraftanlagen mit einer Kapazität von etwa 4,7 Gigawatt; dies entspricht der Leistung von vier großen Atomkraftwerken oder Kohleblöcken. Nach Angaben des Netzbetreibers Tennet ist die Stromerzeugung der Offshore-Anlagen in der Nordsee im ersten Halbjahr 2017 um die Hälfte gestiegen.

„Wir brauchen einen stärkeren Ausbau der Windkraft, um die Klimaschutzziele zu erreichen, aber auch um Beschäftigung und Standorte in Deutschland zu sichern“, sagte der Bezirksleiter der IG Metall Küste, Meinhard Geiken. Nach Einschätzung der Gewerkschaft steht die Windindustrie hierzulande vor einer unsicheren Zukunft.

Bei 29 befragten Unternehmen der Branche rechnet mehr als jeder dritte Betriebsrat mit rückläufigen Aufträgen. Der Anlagenbauer Nordex hat kürzlich den Abbau von bis zu 500 Stellen angekündigt. Nach Angaben der Unterzeichner des „Cuxhavener Appells“ sind durch den Ausbau der Windenergie auf dem Meer in Deutschland bisher rund 20 000 Arbeitsplätze entstanden.

Probleme mit Genehmigungen

Nicht nur die Deckelung für die Offshore-Projekte könne die Branche bremsen, sondern auch die Unsicherheiten beim Ausbau der Windkraft im Binnenland. Bei den jüngsten Ausschreibungen waren häufig Bewerber erfolgreich, die noch nicht über Baugenehmigungen verfügten. Sollten diese später nicht erteilt werden, würden die geplanten Projekte nach jetziger Rechtslage ersatzlos gestrichen. Künftig dürften bei Ausschreibungen deshalb nur noch Vorhaben mit den erforderlichen Genehmigungen zugelassen werden, fordern die niedersächsische Landesregierung und die IG Metall.

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