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Wirtschaft Krankenkassen wollen Apothekern das Honorar kürzen
Nachrichten Wirtschaft Krankenkassen wollen Apothekern das Honorar kürzen
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00:44 09.06.2018
Nach dem Willen der Krankenkassen soll das Honorar der Apotheker deutlich sinken. Quelle: dpa
Hannover

Die Krankenkassen wollen den Apothekern ans Geld. Durch eine Neuordnung der Vergütung und mehr Wettbewerb könnten die Ausgaben der Kostenträger für rezeptpflichtige Arzneimittel um mehr als eine Milliarde Euro sinken, heißt es in einem Positionspapier GKV-Spitzenverbandes, das der Verwaltungsrat am Mittwoch einstimmig beschlossen hat. Weitere 200 Millionen Euro ließen sich beim Großhandel über eine Anpassung der Zuschläge einsparen.

Die Forderungen der Kassen basieren auf einem vom Bundeswirtschaftsministerium in Auftrag gegebenen Gutachten zur wirtschaftlichen Situation der Apotheken aus dem vergangenen Jahr. Das Haus ist für die Arzneimittelpreisverordnung zuständig und hatte das Forschungsprojekt mit dem Ziel vergeben, „eine belastbare, nachvollziehbare Entscheidungsgrundlage" für künftige Änderungen bei der Vergütung des pharmazeutischen Großhandels und der Apotheken zu erhalten.

Die Änderungsvorschläge der Gutachter haben sich die Krankenkassen nun weitgehend zu eigen gemacht. Im Kern kaufen sie darauf hinaus, die nicht vom Preis abhängigen Festzuschläge für die Ausgabe von verschreibungspflichtigen Fertigarzneimitteln deutlich zu senken – laut Gutachten soll das Fixhonorar von 8,35 auf 5,84 Euro pro Packung schrumpfen. Für einzelne Dienstleistungen sind auch Zuschläge vorgesehen wie etwa für den Notdienst, unter dem Strich aber liefe die Reform auf eine Honorarkürzung von 40.000 Euro im Jahr je Apotheke hinaus, heißt es in dem Gutachten.

Nach Einschätzung der Gutachter und der Krankenkassen könnten die Pharmazeuten das verkraften. Vom „oftmals proklamierten Apothekensterben“ könne keine Rede sein, heißt es im GKV-Positionspapier: „Vielmehr stellt die rückläufige Anzahl von Apotheken bei gleichzeitig steigenden Beschäftigungszahlen eine Form der Konsolidierung dar.“ Nach Angaben der Branche ist die Zahl der öffentlichen Apotheken im vergangenen Jahr um 275 auf 19.748 gesunken – das sei der niedrigste Stand seit 1987. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, sei die flächendeckende Versorgung der Bevölkerung perspektivisch gefährdet, hatte der Deutsche Apothekerverband im April erklärt.

Nach Einschätzung der Krankenkassen haben es die Pharmazeuten auch selbst in der Hand, ihre wirtschaftliche Lage zu verbessern. Mit hohen Rabatten auf frei verkäufliche Arzneien machten sich insbesondere Apotheken in städtischen Regionen selbst das Leben schwer, hatten schon die Gutachter betont. Wer hier die Preise anhebe, könne so Einbußen bei verschreibungspflichtigen Medikamenten ausgleichen. Müsse ein Inhaber wegen einer „intensiven Wettbewerbssituation zu eng benachbarten Apotheken“ aufgeben, gefährde das die Versorgung nicht, hieß es: „Die Verlagerung des Umsatzes dieser Apotheke stärkt vielmehr die verbleibenden Apotheken.“

Der Apothekerverband wies die Forderungen zurück. Diese seien „nicht nur patientenfeindlich, sondern auch völlig absurd“, sagte der Verbandsvorsitzende Fitz Becker. „Denn das System ist hocheffizient.“ Die Rund-um-die-Uhr-Versorgung habe 2017 nur 2,2 Prozent der GKV-Leistungsausgaben beansprucht, das sei ein historischer Tiefstand.

Von Jens Heitmann

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