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19:42 09.11.2018
Die Fusion ist erst der Anfang – die echten Hürden für Karstadt und Kaufhof kommen noch. Quelle: dpa
Hannover

Das Bundeskartellamt hat nicht nur die Fusion zwischen Karstadt und Kaufhof genehmigt. Es hat auch eine Analyse vorgenommen, die die Probleme der Warenhäuser gut beschreibt. Um den angeschlagenen Kaufhof zu retten, müssen sich die Karstadt-Manager, die im gemeinsamen Konzern das Sagen haben werden, noch einiges einfallen lassen.

Deutlich wird in dem Bescheid zum Beispiel, dass Karstadt und Kaufhof keine Riesen mehr sind. Sie kommen zusammen auf 5 Milliarden Euro Jahresumsatz, während Amazon in Deutschland mehr als die dreifache Summe erreicht. Karstadt und Kaufhof schmieden keinen Giganten, sie nehmen es mit einem auf. Die Analyse zeigt: In keiner Stadt und in keinem Warensegment sind die Warenhäuser so dominant, dass sie abgehobene Preise von den Kunden verlangen können. Auch die Verhandlungsmacht gegenüber Lieferanten bleibt im Rahmen.

Immerhin hat Karstadt-Eigner René Benko gute Ideen. Der Österreicher hat verstanden: Warenhäuser dürfen das Onlinegeschäft nicht bekämpfen, sie müssen von ihm profitieren. Er will zum Beispiel Fläche an reine Onlinehändler vermieten, für Warenpräsentation, Logistik oder Service. Dass es sinnvoll ist, die digitale mit der analogen Welt zu verknüpfen, sieht auch Amazon so: Der US-Konzern hat gerade in Berlin sein erstes Warenschaufenster angemietet.

Von Christian Wölbert

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