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00:46 26.04.2018
KI in Aktion: Dieser Roboter mit Siemens-Software lässt sich nicht aus dem Konzept bringen, wenn man ihm Bauteile klaut oder falsch herum hinlegt. Quelle: Philipp von Ditfurth
Hannover

KI ist in aller Munde. „Der zentrale Trend der weltweit wichtigsten Industriemesse ist in diesem Jahr der Einzug künstlicher Intelligenz in die Fabrik“, erklärt die Hannover Messe. Auch für Verbraucher spielt die Technik eine immer größere Rolle: Firmen wie Facebook, Amazon oder Uber entwickeln ihre Algorithmen in atemberaubendem Tempo weiter. Doch was bedeutet KI konkret? Welche Chancen und welche Risiken birgt sie? 

Was ist KI?

Der Begriff tauchte zum ersten Mal in den 50er Jahren auf. Seitdem hat sich seine Bedeutung gewandelt: Früher galten Taschenrechner und simple Frage-Antwort-Programme als intelligent. Heute bezeichnet man damit die Software in Robotern, selbstfahrenden Autos oder Sprachassistenten wie Amazons Alexa und Apples Siri. Auf den Punkt gebracht hat es die Informatikern Elaine Rich: „Künstliche Intelligenz ist die Lehre davon, wie Computer Dinge tun können, in denen Menschen besser sind – wenigstens im Moment noch.“ 

Wie funktioniert KI?

Menschliche Programmierer bringen Robotern, Autos und Smartphones mühsam bei, sich klug zu verhalten. Nach dem Motto: Wenn X passiert, tu Y. So ist das auch bei den Robotern auf der Hannover Messe. Allerdings haben Programmierer ihnen auch beigebracht, auf ihre Umwelt zu reagieren: Sie suchen Werkstücke mit Kameras und greifen gezielt zu. Sie spüren Hindernisse mit Sensoren und weichen aus. Sie warten geduldig auf die Rückgabe, wenn man ihnen ein Bauteil aus der Hand nimmt. Deswegen wirken sie klüger als ältere Roboter, die nur Bewegungen wiederholen. Autonome Autos nutzen noch mehr Sensoren plus Daten aus dem Internet, um auf ihre Umwelt – den Straßenverkehr – zu reagieren.

Kann KI dazulernen?

Ja: Durch das sogenannte maschinelle Lernen macht KI große Fortschritte. Dabei füttern Programmierer die Software mit Daten, zum Beispiel mit Fotos von grünen, gelben und roten Ampeln. Anfangs muss der Mensch zu jedem Bild die richtige Antwort (rot, gelb, grün) mitliefern. Der Computer lernt, diese Objekte in freier Wildbahn eigenständig zu erkennen. Danach wird er immer besser – ohne menschliche Hilfe.

Was kann KI besser als der Mensch?

Im Kopfrechnen und Schach schlägt Software uns schon lange. Dank maschinellem Lernen kann sie seit Kurzem auch besser Lippenlesen als wir. Beim Übersetzen von Fremdsprachen und Erkennen von gesprochener Sprache kommt sie uns gefährlich nah. 

Was kann KI nicht?

Wenn Flexibilität, Kreativität oder Einfühlungsvermögen gefragt sind, hat der Mensch die Nase vorn. Computer haben kein Bewusstsein und tun nur das, was man ihnen beigebracht hat. Autonome Autos erkennen grüne Ampeln, aber wissen nicht weiter, wenn ein Krankenwagen vorbeiwill. Roboter packen Pakete, aber sind hilflos, wenn die Kartons zufällig außer Reichweite rutschen. 

Welche Chancen bietet KI?

Die Industrie hofft auf höhere Produktivität: Roboter arbeiten rund um die Uhr, hantieren mit gefährlichen Chemikalien, werden nicht krank und kündigen nicht. Auch für die Mitarbeiter hat das Vorteile: Sie können sich auf abwechslungsreichere und weniger gefährliche Aufgaben konzentrieren. Experten erwarten auch, dass autonome Autos die Unfallzahlen drastisch senken.

Kostet KI Arbeitsplätze?

Genau weiß das niemand. Optimisten verweisen darauf, dass bisherige Automatisierungswellen zwar Jobs vernichtet, aber auch neue geschaffen haben. Sie erwarten, dass KI unter dem Strich keine Arbeitsplätze kostet. Pessimisten warnen, dass die Anforderungen an Menschen zu stark steigen: „Ein Busfahrer, der seinen Beruf verliert, wird nicht anschließend Virtual-Reality-Designer“, sagte der Philosoph Richard David Precht vor Kurzem im „Spiegel“.

Bevormundet KI den Menschen?

Der Ingenieursverband VDI betonte auf der Hannover Messe, dass KI-Entscheidungen für Verbraucher und selbst für Experten nicht immer nachvollziehbar sind – zum Beispiel, wenn autonome Autos auf der Autobahn nur 90 fahren, weil sie wissen, dass in einiger Entfernung ein Stau entsteht. Der VDI fordert deshalb Transparenz: Die Systeme sollen ihre Entscheidungen begründen.

Welche Nationen sind führend bei KI?

Deutsche Ingenieure sehen Deutschland nur auf Platz drei der führenden KI-Nationen, geht aus einer aktuellen Umfrage des VDI hervor. Für 80 Prozent sind die USA der Vorreiter, für 55 Prozent China, nur für 30 Prozent Deutschland. 

Von Christian Wölbert

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