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18:44 11.07.2017
Ab Herbst 2018 über London und Co. ein Bild aus der Vergangenheit? Quelle: dpa
Brüssel

Wer gedacht hatte, der Brexit würde nun zu einer alltäglichen Nummer, die die Juristen zwischen London und Brüssel miteinander auskungeln, hat sich getäuscht. Am gestrigen Dienstag war es die Luftverkehrs-Branche, die mit dramatischen Szenarien vor den Folgen eines harten Ausstiegs Londons aus der Gemeinschaft warnten. Weitere Branchen werden folgen. Tatsächlich dürfte sich das dichte Geflecht der Verbindungen zwischen allen Teilen Europas empfindlich verschieben, wenn sich die Union und das Vereinigte Königreich nicht bald auf klare (Übergangs-)Bestimmungen einigen. Denn es sind ja nicht nur die Flughäfen und die Gesellschaften, deren Planungen eine einjährige Vorlauffrist haben. Auch Tourismus-Unternehmen müssen Preise kalkulieren, Ziele auswählen und anbieten können. Unsicherheit schadet letztlich niemandem mehr als dem Verbraucher. Dass der Brexit und die gegenwärtige Verhandlungsstrategie spurlos an den Europäern vorübergeht, war immer eine Illusion. Und dabei ist noch gar nicht von Nebenschauplätzen die Rede – beispielsweise von dem Abkommen über Fluggast-Rechte, das beide Seiten verlängern müssten, damit es für britische Flieger und deren Passagiere gilt. Die Angst der Experten in Brüssel hat einen Grund: Der Markt wird sich verändern und die Anteile, die die Gesellschaften haben, auch.

Diese Situation ist vor allem für jene, die einen Großteil ihres Geschäftes mit den Briten machen, in der Tat dramatisch. Dass die Chefs von Ryanair und der britischen Easyjet dabei besonders laut trommeln, kann ihnen niemand verdenken: Für sie stehen bis zu 40 Prozent ihrer heutigen Flüge auf dem Spiel. Und die deutsche Lufthansa wartet mit ihrer Niedrigpreis-Tochter Eurowings bereits in den Startlöchern, um frei werdende Verbindungen zu übernehmen. Dabei hat gerade der Vertreter der Kranich-Airline in Brüssel deutlich gemacht, dass das EU-Parlament bei seiner nunmehr anstehenden Gesetzgebung den gesamten Markt im Auge haben muss. Denn was auch immer man nun mit London aushandelt, sollte für alle Gesellschaften gelten, die von und nach Europa fliegen. Zu groß sind schon heute die Vorteile, die beispielsweise die großen Airlines aus dem arabischen Raum genießen. Die Verantwortung der europäischen Brexit-Unterhändler bleibt groß. Nicht nur für den Luftverkehr. Weitere Branchen dürfen folgen, um klarzumachen, dass der Ausstieg Londons aus der EU eine Herausforderung ist, die man mit vernünftigen Vereinbarungen bewältigen muss.

Von RND/Detlef Drewes

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