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Nachrichten Wirtschaft IG Metall kündigt Streiks an – Niedersachsen ist dabei
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18:34 28.01.2018
„Die letzte Gelbphase“: IG-Metall-Chef Jörg Hofmann (li., mit Roman Zitzelsberger, Bezirksleiter der IG Metall Baden-Württemberg) warnt die Arbeitgeber. Quelle: dpa
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Stuttgart

Im festgefahrenen Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie will die IG Metall nun mit 24-stündigen Warnstreiks ein Einlenken der Arbeitgeber erzwingen. Rund 250 Betrieben in Deutschland steht diese Woche eine ganztägige Arbeitsniederlegung bevor, darunter beim Lastwagenbauer MAN in München.

Auch in Niedersachsen soll der Arbeitskampf verschärft werden. Es werde im Bezirk Niedersachsen und Sachsen-Anhalt zu ganztägigen Warnstreiks kommen, kündigte der Vorstand an. In den Betrieben, in denen diese neuartigen 24-Stunden-Streiks vorgesehen sind, seien Mitgliedervoten geplant. „Die Arbeitgeber haben sich das selber eingebrockt“, teilte Bezirksleiter und Verhandlungsführer Thorsten Gröger mit. „Nun werden sie die Suppe auch auslöffeln. Sie haben sich einer Lösung versperrt und sich in entscheidenden Punkten unserer Forderung, sowohl beim Geld als auch bei der Arbeitszeit, nicht auf uns zu bewegt. Das Verhalten der Arbeitgeber ist unverantwortlich, nun werden die Beschäftigten für Bewegung sorgen.“

Nach dem Abbruch der Tarifverhandlungen für die bundesweit rund 3,9 Millionen Beschäftigten der Branche greift die IG Metall erstmals zu dem Mittel der Tagesstreiks. „Das ist die letzte Gelbphase vor der Rotphase eines Flächenstreiks“, sagte Gewerkschaftschef Jörg Hofmann in Stuttgart.

Dort waren am Sonnabend die Gespräche über einen neuen Tarifvertrag nach rund 16 Stunden ohne Ergebnis beendet worden. Die Arbeitgeber warnten vor den Folgen der Arbeitsniederlegungen, die sie ohnehin für rechtswidrig halten, und kündigten Klagen dagegen an. Diese werden die Arbeitsniederlegungen kaum verhindern, die Arbeitgeber hatten betont, dass es ihnen vor allem um mögliche Schadenersatzansprüche gehe.

Offiziell für gescheitert erklären wollte die IG Metall die Verhandlungen noch nicht. Der Vorstand wies die einzelnen Tarifbezirke allerdings vorsorglich an, Urabstimmungen über Flächenstreiks vorzubereiten – für den Fall, dass sich auch nach den 24-Stunden-Warnstreiks keine Einigung am Verhandlungstisch abzeichnet.

Für den Abbruch der Gespräche in Baden-Württemberg in der fünften Runde machten sich beide Seiten gegenseitig verantwortlich. „Wir hatten ein Angebot vorgelegt zuletzt mit einem Gesamtvolumen von 6,8 Prozent“, sagte Südwestmetall-Chef Stefan Wolf. Das habe die IG Metall abgelehnt und stattdessen nur immer noch mehr verlangt. IG-Metall-Bezirksleiter Roman Zitzelsberger wiederum kritisierte, die Arbeitgeber hätten sich nur in winzigen Schritten nach vorn, wieder zurück und zur Seite bewegt.

Erbitterten Widerstand leisten die Arbeitgeber bei der Frage nach einem finanziellen Zuschuss für Beschäftigte, die ihre Arbeitszeit vorübergehend reduzieren wollen.

Bevor die Gewerkschaft nun zu den 24-Stunden-Warnstreiks aufruft, die erstmals zum Einsatz kommen, muss sie ihre Mitglieder in jedem betroffenen Betrieb darüber abstimmen lassen. Wolf sagte, er könne die IG Metall nur davor warnen: „Wenn sie massiv in diese Streiks geht, wird es international zu einem schweren Reputationsschaden führen für unsere Industrie“, sagte er.

Von Nico Esch

Der Verhandlungsabbruch zwischen IG Metall und Arbeitgebern am Sonnabend schlägt weiter Wellen in der Metall- und Elektroindustrie: Nachdem die Gewerkschaft erstmals ganztägige Warnstreiks für Baden-Württemberg angekündigt hat, bereitet die IG Metall auch für den Bezirk Mitte ähnliche Maßnahmen vor.

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