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Wirtschaft Händler fordern von VW Rücknahmegaratie bei Fahrverboten
Nachrichten Wirtschaft Händler fordern von VW Rücknahmegaratie bei Fahrverboten
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00:37 02.04.2018
 Dirk Weddigen von Knapp, Chef VW-Händlerverbandes, fordert eine eine Rücknahmegarantie für alte Diesel. Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

 Die deutschen VW- und Audi-Händler fordern von Volkswagen eine Garantie zur Rücknahme von Diesel-Fahrzeugen mit der Schadstoffnorm Euro 5.  „Wenn eine technische Nachrüstung der Autos nicht möglich ist, muss der Konzern als Garant für seine Produkte auftreten“, sagte der Vorstandschef des Volkswagen und Audi Partnerverbandes, Dirk Weddigen von Knapp, der HAZ. Es könne nicht sein, dass Kunden und Händler für den Wertverlust alter Diesel-Modelle aufkommen müssten. Der Verband vertritt mehr als 2400 Handels- und Servicepartner der Marken VW, Audi und VW Nutzfahrzeuge.

Wegen möglicher Fahrverbote für Diesel mit der Schadstoffnorm Euro 5 und schlechter ist die Nachfrage nach Selbstzündern eingebrochen. Im Januar und Februar war nur noch jeder dritte neu zugelassene Pkw ein Diesel. Die schwindende Nachfrage zeige sich auch auf dem Gebrauchtwagenmarkt, sagte Weddigen von Knapp: „Die Höfe der Händler sind voll.“ Laut einer Umfrage des Deutschen Kfz-Gewerbes warten derzeit mehr als 300.000 gebrauchte Diesel auf einen Käufer.

Alle Autohersteller sperren sich bisher dagegen, ältere Diesel mit neuester Abgasreinigung nachzurüsten. Sie verweisen dabei neben den Kosten von 1500 bis 1700 Euro je Fahrzeug auf technische Schwierigkeiten. Laut Volkswagen-Chef Matthias Müller würde durch entsprechende Umrüstungen die Leistung der Diesel gedrosselt – was seiner Einschätzung nach nicht im Sinne der Kunden wäre. 

„Deshalb brauchen wir eine Rücknahme-Garantie durch Volkswagen.“

Zudem führt die Branche den Faktor Zeit ins Feld: Für eine Nachrüstung müsse man auch wegen der nötigen behördlichen Genehmigungen zwei bis drei Jahre veranschlagen, heißt es. Dieses Argument können auch die VW-Händler nachvollziehen. „Wenn der Gesetzgeber die Verfahren nicht beschleunigt, dann würde die Umrüstung alter Diesel angesichts drohender Fahrverbote zu lange dauern“, sagte Weddigen von Knapp. „Deshalb brauchen wir eine Rücknahme-Garantie durch Volkswagen.“

Dieser Forderung will der Konzern nicht nachkommen. VW kündigte am Donnerstag zwar eine „Mobilitätsgarantie“ ab April an – diese soll aber nur für neue Diesel mit der Schadstoffnorm Euro 6 und unter bestimmten Bedingungen gelten.  Kunden, „die von einem etwaigen Fahrverbot an ihrem Wohnsitz oder Arbeitsort betroffen wären“, sollen bis zu drei Jahre nach dem Kauf bei einem VW-Händler ihr Fahrzeug gegen ein neues Modell „tauschen“ können, teilte Volkswagen mit. In diesem Fall würde VW den Zeitwert des alten Diesel ersetzen, sofern der Kunde beim Händler im Gegenzug einen Neu- oder Jahreswagen kauft – und zudem noch einen modellabhängigen Preisnachlass gewähren, dessen „maximale Höhe der bisherigen Umweltprämie entspricht“.

Marge der Autohäuser sinkt

Darüber hinaus verlängert der Konzern wie zuvor schon BMW seine Umtauschprämie für alte Diesel-Autos bis Ende Juni 2018 – allerdings gilt diese dann nur noch beim Kauf eines Euro-6-Diesels. Bisher hatte der Konzern die Prämie auch beim Kaum von Benzinern oder von Autos mit alternativen Antrieben gewährt.

Das Verhältnis der VW- und Audi-Händler zum Konzern hat unter der Diesel-Affäre gelitten. Seit 2015 hatte Volkswagen in Deutschland rund 3 Prozentpunkte Marktanteil verloren – das waren etwa 73.000 neue Autos weniger im Jahr. Die ohnehin geringe Marge der Autohäuser sei in der Folge weiter abgerutscht, heißt es. Früher hätten die Händler im Schnitt eine Rendite von 1,3 Prozent eingefahren, inzwischen liege der Anteil des Gewinns am Umsatz unter einem Prozent. Ein durchschnittlicher europäischer VW-Händler erziele einen Jahresumsatz von 27 Millionen Euro und verkaufe jährlich etwa 620 Neuwagen. Die Erträge stammten vor allem aus dem Ersatzteilverkauf und dem Werkstattbetrieb. 

Von Jens Heitmann

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